Hamburg, 15.1.15 (kath.ch) Der französische Skandalautor Michel Houellebecq hat erneut jeden Zusammenhang zwischen seinem Roman «Unterwerfung» und den islamistischen Attentaten in seiner Heimat zurückgewiesen. Er könne sich aber vorstellen, ein Buch über die Attentäter von Paris zu schreiben, sagte Houellebecq der «Zeit» (Donnerstag): «Zumindest würde ich besser über sie schreiben als die Journalisten, die sie zu Dämonen erklären. Es sind keine Dämonen. Es sind Kämpfer, die ein sehr klares Ziel verfolgen.»
In «Unterwerfung» schildert der Autor ein islamisiertes Frankreich im Jahr 2022. Der Roman erschien am 7. Januar, dem Tag des Anschlags auf die Pariser Redaktion der Satirezeitschrift «Charlie Hebdo». Houellebecq rechnet mit einer weiteren Radikalisierung in Frankreich: «Jetzt hat das Attentat einen koscheren Supermarkt getroffen, aber morgen könnte es auch ein muslimisches Geschäft sein.»
Houellebecq räumte zugleich ein, dass er eine gewisse religiöse Sehnsucht bei sich selbst feststelle: «Jedes Mal, wenn ich auf eine Beerdigung gehe, spüre ich, das der Atheismus unserer Gesellschaften unerträglich geworden ist.» Eine Gesellschaft ohne Religion sei «nicht überlebensfähig».
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