Mannheim, 18.5.12 (Kipa) Als ein «polemisches Wort» hat der deutsche Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse die «Entweltlichung» der Kirche bezeichnet. «Ich habe in der DDR eine entweltlichte Kirche erlebt, und das will ich nie wieder haben», erklärte Thierse am Donnerstag beim Katholikentag in Mannheim.
Eine entweltlichte Kirche, die sich ins Idyll einer kleinen Herde zurückzöge und auf eine Mitgestaltung der Gesellschaft verzichtete, würde den Glauben «verfälschen», sagte der SPD-Politiker, der auch Mitglied des Zentralkomitees deutscher Katholiken ist.
Thierse betonte, derzeit vollziehe sich ein «dramatischer und schmerzlicher Umbruch» mit dem Abschied von der alten Klerikerkirche. Wie die künftige Gestalt der Kirche aussehen werde, sei ungewiss. Das mache Laien und Klerikern gleichermassen Sorge, doch es sei klar, dass die traditionelle Klerikerkirche angesichts der Priesterzahlen nicht zu retten sei. Man müsse daher angstfrei experimentieren, um gemeinsam die künftige Gestalt der Kirche zu entwickeln.
Papst Benedikt XVI. hatte während seines Deutschlandbesuchs im vergangenen Herbst eine «Entweltlichung» der Kirche angemahnt.
(kipa/kna/job)
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