Hohe Suizidrate unter Priestern in südpolnischem Bistum

Warschau, 16.5.12 (Kipa) Im südpolnischen Bistum Tarnow haben sich in den vergangenen Jahren auffallend viele Priester selbst getötet. Bistumssprecher Jerzy Zon sprach in der Tageszeitung «Rzeczpospolita» (Mittwoch) von fünf Suiziden seit 2006. Drei weitere Fälle, die das Blatt ebenfalls als Selbsttötungen anführte, wertete der Kirchensprecher als Unfall- oder Drogentod. In der Diözese gibt es rund 1.500 Priester.

Der Jesuit und Psychotherapeut Jacek Prusak sagte der Zeitung, die Zahl der Suizide von Geistlichen sei in Tarnow höher als in irgendeiner anderen polnischen Diözese. Als möglichen Grund nannte er die berufliche Belastung der Priester. Manche fürchteten Strafen durch die Kirchenleitung. Der Bistumssprecher erklärte, die Umstände der Selbsttötungen liessen sich nur schwer bestimmen.

Landesweit gab es 2010 einen Suizid pro rund 10.000 Einwohner. Das östlich von Krakau liegende Bistum Tarnow gilt als eine Hochburg des polnischen Katholizismus. 70,5 Prozent der Katholiken besuchen hier nach aktuellen Kirchenangaben die Sonntagsmesse; das ist landesweit die höchste Quote.

(kipa/kna/am)

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