Luzern, 5.12.11 (Kipa) Die älteste Sektenberatungsstelle der Schweiz wird per Ende Juni 2012 aufgelöst. Dies beschloss die ausserordentliche Generalversammlung des Vereins Ökumenische Beratungsstelle Religiöse Sondergruppen und Sekten am 1. Dezember, teilten die Zentralschweizer Landes- und Kantonalkirchen mit.
Diskussionen über die Zukunft der Beratungsstelle gab es gemäss Mitteilung seit Oktober 2010. Die Nachfrage nach persönlicher Beratung habe in den vergangenen Jahren deutlich abgenommen. Die Zugriffe auf die Webseite www.sektenberatung.ch seien allerdings stabil geblieben, so die Mitteilung weiter. Mit der Verlagerung aufs Internet stelle sich die grundsätzliche Frage, ob ein solcher Dienst nicht gesamtschweizerisch angeboten werden sollte. An der Generalversammlung wurden die Szenarien Aufhebung, Weiterführung wie bisher oder Fokus auf Onlineberatung diskutiert.
Das Thema Sekten sei nach wie vor aktuell. Es habe sich aber eine Verlagerung weg von den «medienwirksamen klassischen Sekten» hin zu einer Vielzahl kleinerer Gruppierungen ergeben, die Menschen abhängig machten.
Man erwarte nun von den Kirchenleitungen der Zentralschweiz Lösungen dafür, wie künftig Einzelpersonen, Kirchgemeinden und Pfarreien zum Thema Sekten beraten werden können. Die reformierten Kantonalkirchen tendierten für eine gesamtschweizerische Variante; die römisch-katholischen Landeskirchen in der Zentralschweiz seien in dieser Frage noch unschlüssig.
Die Beratungsstelle wurde 1989 von den reformierten und katholischen Kirchen der Zentralschweiz gegründet. Die Zentralschweizer Sektenberatungsstelle war die älteste in der Schweiz.
(kipa/com/arch/bal/gs)
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.kath.ch/newsd/luzern-oekumenische-sektenberatung-zentralschweiz-wird-aufgeloest/