Zürich, 12.9.09 (Kipa) Mit noch nie da gewesener Feierlichkeit und Beteiligung haben die orthodoxen Christen aus dem Grossraum Zürich am Freitagabend, 11. September, das Gedenken der frühchristlichen Märtyrer und Zürcher Stadtpatrone Felix, Regula und Exuperantius begangen. An der gesamtorthodoxen Prozession und Vesper nahmen auch christ- und römisch-katholische sowie reformierte Glaubensgeschwister und Vertreter der Stadt Zürich teil.
So wurde Wirklichkeit, was das Kirchenblatt «SuisseOrthodoxeSchweiz» angekündigt hatte: «Das Fest von Felix und Regula soll aber vor allem ein aktiver Beitrag der Orthodoxen verschiedener Herkunft zu ihrer Integration in der Schweiz sein. Dabei haben wir nicht nur zu lernen, sondern auch den Schweizer westkirchlichen Christen manches aus der Erfahrung und Tradition der Ostkirche zu schenken. So die Erinnerung an ihre lange zu Unrecht vergessenen Stadtpatrone von Zürich!»
Die Prozession begann beim Frauenmünster. Die Gemeindeleiterin der römisch-katholischen Pfarrrei St. Felix und Regula, Gertrud Würmli, trug die in ihrer Pfarrei aufbewahrten Reliquien der Stadtheiligen. Bei Stationen an der Wasserkirche und vor dem Grossmünster wurde aus den Märtyrerakten vorgelesen. Im Grossmünster, wo die Heiligen bis in die Reformation hinein verehrt wurden, fand der ökumenische Abendgottesdienst statt.
Der reformierte Pfarrer am Grossmünster, Christoph Sigrist, erinnerte daran, dass sogar Zwingli für das Fest Felix und Regula am 11. September eine der vier Abendmahlsfeiern im Jahresablauf festgesetzt hatte. Stadtrat Robert Neukomm unterstrich in seinem Grusswort die Bedeutung des religiösen Lebens für die Integration von Neuankömmlingen in die Schweizer Gesellschaft.
Auf das gemeinsame Gebet des Vaterunsers folgte die von Hans Rahm aus Freiburg feinsinnig zusammengefügte Vesper ostkirchlicher Tradition aus Elementen der byzantinischen, armenischen, syrischen, syro-indischen sowie koptisch-äthiopischen Tradition. Die herrlichen Gesänge und besonders die äthiopischen beziehungsweise eritreischen Kulttänze begeisterten die im Grossmünster dicht gedrängten Besucher.
In seiner Festpredigt ging Shnork Tchekidjian, Deutschschweizer Pfarrer der Armenisch-Apostolischen Kirche, auf das Mysterium des Leidens ein. Es sei nicht nur vom Fall Luzifers ausgelöste Strafe Gottes, sondern im Martyrium auch ein Weg zu Seiner Verherrlichung und mit Christus zur Überwindung von Sünde und Tod. Dafür würden uns Felix und Regula gerade heute wieder ein leuchtendes Beispiel geben.
Den Schlusssegen erteilte der koptische Generalbischof für Frankreich, Anba Athanasios (Carnepa). Er war als erster Bischof eigens zu dieser Feier nach Zürich gekommen. Eine noch weitere Reise unternahm der Generalvikar der serbischen Diözese Nisch, Erzpriester Vlajko Grabez, ein bekannter Fernsehprediger. An der Feier nahmen zahlreiche Vertreter des kirchlichen Lebens aus Stadt und Kanton Zürich nahmen teil, unter anderem Annette Walder-Stückelberger, Geschäftsführerin von Christliche Solidarität International (CSI), und Franziska Rich, Leiterin von Glaube in der 2. Welt (G2W).
Die orthodoxen Christen von Zürich feiern Felix und Regula seit 2003. Die Initiative dazu geht zurück auf Erika Blickle, Russische Orthodoxe Kirche, und den koptischen Christen Maher Kamal aus Ägypten. Von dort stammten auch die Zürcher Stadtheiligen, die zusammen mit römischen Soldaten ins damalige Helvetien und nach Turicum gekommen waren.
(kipa/hg/bal)
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
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