Zellenuntersuchung | © Bundeszentrale für politische Bildung
Schweiz
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Zulassung PID: Überparteiliches Komitee startet Ende März Kampf gegen Verfassungsänderung

Bern, 23.3.15 (kath.ch) Heute ist in der Schweiz die genetische Untersuchung von Embryonen, die bei einer künstlichen Befruchtung entstanden sind, verboten. Bundesrat und Parlament wollen das ändern und haben sich für die Zulassung der Präimplantationsdiagnostik (PID) ausgesprochen. Dagegen hat sich nun Widerstand gebildet. Ein überparteiliches Komitee startet am 31. März unter der Leitung der Evangelischen Volkspartei der Schweiz (EVP) eine Abstimmungskampagne gegen die geplante Verfassungsänderung, heisst es in der Medienmitteilung vom Montag, 23. März.

Im Dezember 2014 hat sich das eidgenössische Parlament für eine Verfassungsänderung und die Änderung des Fortpflanzungsmedizingesetzes ausgesprochen, um das Verbot der PID aufzuheben. Künftig dürfen nicht nur Paare mit genetischer Vorbelastung das Verfahren durchführen lassen, sondern alle im Reagenzglas gezeugten Embryonen sollen auf chromosomale Anomalien untersucht werden. Ursprünglich wollte der Bundesrat die Zulassung zur PID restriktiver handhaben.

Über die Verfassungsänderung wird am 14. Juni abgestimmt. Gegen die Gesetzesänderung kann nach Inkrafttreten des neuen Verfassungsartikels das Referendum ergriffen werden.

Gegen die Pläne hat sich nun Widerstand gebildet. Ein überparteiliches Komitee aus Vertretern von BDP, CVP, EVP, SP und SVP startet Ende März unter der Leitung der EVP den Abstimmungskampf gegen die geplante Verfassungsänderung. Die «vermeintlich harmlose Änderung» öffne «Tür und Tor für die gezielte Selektion von Menschen», heisst es in der Medienmitteilung des Komitees.

Zudem hat die Organisation «Biorespect», der frühere Basler Appell gegen Gentechnologie, angekündigt, beide Vorlagen zu bekämpfen. Dies teilte der Verein am Montag, 23. März, mit. Die PID könne die Solidarität mit behinderten Menschen oder Menschen mit Erbkrankheiten gefährden. Der Verein beobachtet die Entwicklung auf dem Gebiet der Biotechnik. Im Fokus stünden die Auswirkungen von Technologien auf Umwelt, Mensch und Tier, schreibt Biorespect auf seiner Homepage. (bal)

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