Muslim in Moschee | © pixabay.com CCO
Schweiz
Muslim in Moschee | © pixabay.com CCO

Zürcher Muslime zahlen für interreligiösen Dialog

Zürich, 10.2.18 (kath.ch) Die Zürcher Muslime seien durchaus an der Finanzierung des Zürcher Instituts für interreligiösen Dialog (ZIID) mitbeteiligt. Das schreibt die Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich (Vioz) in einer Mitteilung. Sie entgegnet damit einem Argument der Mitte-rechts-Parteien, die im Gemeinderat der Stadt Zürich eine Kürzung der Beiträge ans ZIID erwirkt hatten.

Die Vioz beteilige sich jedes Jahr mit acht Prozent ihres Gesamtbudgets an der Finanzierung des ZIID, und dies seit vielen Jahren, schreibt die Vereinigung am 9. Februar. Sie tue dies in ihrer Funktion als Mitglied der Organisation. Auch in Zukunft werde sie das Institut bei seiner «äusserst wichtigen Arbeit im interreligiösen Dialog unterstützen», so gut das «mit den sehr beschränkten Mitteln einer nichtanerkannten Glaubensgemeinschaft» gehe.

Zudem seien Vioz-Vertreterinnen und Vertreter ehrenamtlich für das ZIID tätig, beispielsweise in dessen Vorstand. Auch in anderen interreligiösen Institutionen seien sie aktiv.

Geld von Muslimen fliesst in Kirche

Und auch über die Steuern seien die Muslime an der Finanzierung kirchlicher Institutionen der beiden Landeskirchen beteiligt, fügt die Vioz an. Insbesondere wurden die Kirchensteuern für Unternehmen, die vom Kanton für nicht-kultische Aufgaben an die Landeskirchen flössen, von der Gesamtbevölkerung, also auch von Muslimen geleistet. Die öffentlich-rechtlich anerkannten Kirchen haben laut Vioz «die Privilegierung», diese Gelder zu verwalten.

Interreligiöser Dialog ist wichtig für das friedliche Zusammenleben.

Mit ihrem Engagement bekräftige die Vioz ihre klare Haltung für den interreligiösen Dialog, schreibt die Vereinigung. Dieser sei eines der wichtigsten Elemente im friedlichen Zusammenleben.

Die Geschäftsleiterin des ZIID, Andrea König, hatte in einem Interview auf kath.ch gesagt, das Institut erhalte «keine regelmässigen Betriebs-Beiträge» von jüdischen oder muslimischen Organisationen. Hingegen würden es von jüdischen Stiftungen und Privaten sowie von muslimischen Organisationen wie zum Beispiel der Vioz bei ausgewählten Aktivitäten unterstützt.

Debatte rund um Budgetkürzung

Die Debatte entstand rund um einen Gemeinderatsentscheid von Ende Januar. Dabei wurde mit knapper Mehrheit beschlossen, den ZIID nur noch mit 100’000 statt wie bisher mit 140’000 Franken zu unterstützen. Im Gemeinderat sei die Kürzung von den Mitte-rechts-Parteien mit dem Hauptargumtent begründet worden, die muslimischen Glaubensgemeinschaften leisteten keinen Beitrag, so die Vioz. (rp)

CVP Zürich bezeichnet nach ZIID-Nein interreligiösen Dialog als wichtig

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