Synodalrat der Katholischen Kirche im Kanton Zürich | © Christoph Wider
Schweiz
Synodalrat der Katholischen Kirche im Kanton Zürich | © Christoph Wider

Zürcher Katholiken danken Bischof Huonder für konstruktive Lösungen

Zürich, 21.4.17 (kath.ch) Die Zürcher Katholiken hatten das Heu nicht immer auf der selben Bühne wie der Churer Bischof Vitus Huonder. Dennoch danken sie ihm am Tag des Rücktrittschreibens für sein Wirken. Es habe durchaus Projekte gegeben, «in denen wir konstruktiv mit Bischof Huonder gemeinsame Lösungen finden konnten», wie es in der Mitteilung des Zürcher Synodalrats vom 21. April heisst.

Regula Pfeifer

Positiv war laut dem Synodalrat beispielsweise, dass die Diözese mit allen Bistumskantonen die Führung einer diözesanen Schlichtungsstelle beschloss. Die Schlichtungsstelle kann von Kirchgemeinden, kirchlichen Stiftungen, Pfarreien oder Einzelnen angerufen werden, wenn Differenzen wegen unterschiedlichen staatskirchenrechtlichen und kirchlichen Vorschriften entstanden sind.

Das zeige, dass die Bistumsleitung durchaus zur Zusammenarbeit mit den katholischen Körperschaften bereit gewesen sei, erklärt Aschi Rutz, Informationsbeauftragter des Synodalrats der Katholischen Kirche im Kanton Zürich. Im Grunde aber habe sie das duale System in der Kirche abgelehnt. «Es sollte unsere demokratisch verfassten staatskirchenrechtlichen Institutionen also gar nicht geben», so Rutz. Diese Haltung habe die Zusammenarbeit grundsätzlich erschwert.

Unterstützung für Hochschule

Dass der Churer Bischof mithalf, die Theologische Hochschule Chur als staatliche Hochschule anerkannt zu erhalten, rechnen ihm die Zürcher Katholiken hoch an. Der Kanton Graubünden hatte bemängelt, die Hochschule habe zu wenig Assistenzstellen, um ihre Akkreditierung erneuern zu können, erklärt Rutz. Huonder habe darauf die Schaffung der fehlenden Stellen mit ermöglicht. Dies, obwohl seine Beziehung zur Hochschule alles andere als ungetrübt war, wie Rutz anfügt.

Die Institution ist den Zürcher Katholiken wichtig, zumal es in der Schweiz nur wenige Ausbildungsstätten für katholische Theologie gibt. Dementsprechend setzten sie sich stark für sie ein – auch mit finanziellen Beiträgen, wie Rutz ausführt.

Auch den Umgang des Bischofs mit den Migrationsgemeinden beurteilt die Exekutive der Zürcher Kantonalkirche durchaus positiv. Huonder habe die Betreuung der vielen neuen Migrationsgemeinden – etwa der Eritreer, der Syro-Malabaren und Chaldäer – sichergestellt, so die Mitteilung. Der Churer Bischof müsse sein OK geben, damit ein Seelsorger einer Migrantengemeinde in seinem Bistum arbeiten könne, so Rutz. Er sei gemeinsam mit dem Bischof des Herkunftslandes für diese Seelsorger verantwortlich.

Dokument gegen Missbrauch

Zudem schätzt der Synodalrat, dass er gemeinsam mit Huonder das Dokument «Empfehlungen bezüglich der Fortbildung der Seelsorgenden und betreffend Prävention sexueller Übergriffe im kirchlichen Umfeld im Bistum Chur» erarbeiten und verabschieden konnte. Darin sei eine Null-Toleranz-Politik festgehalten, so der Synodalrat in seiner Mitteilung. Das Dokument ist heute Teil des Handbuchs zur Anstellungsordnung der Zürcher Kantonalkirche.

 

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