Verwüstete Strasse in Aleppos Christenviertel | © CSI
Schweiz
Verwüstete Strasse in Aleppos Christenviertel | © CSI

Zentralschweizer Frauenkirche ruft zu Hilfe für Nordsyrien auf

Luzern, 19.2.18 (kath.ch) Die Schweiz darf nicht zusehen, wie durch die türkische Armee in Nordsyrien eine Schutzzone für Menschen verschiedener Religionen angegriffen wird. Die «Frauenkirche Zentralschweiz» fordert Bundesrat und Zivilgesellschaft auf, sich für den Frieden im Raum Afrin einzusetzen.

Afrin war bisher die sicherste Region Nordsyriens, heisst es in einer Mitteilung der «Frauenkirche Zentralschweiz» von Montag. Der Bezirk habe in den vergangenen Jahren Tausenden von Menschen unabhängig von Religion und Herkunft Schutz vor dem IS geboten. Die kurdische Bevölkerung Nordsyriens habe eine Sicherheitszone für alle Flüchtlinge geschaffen und jesidische, christliche und muslimisch-arabische Kriegsvertriebene aufgenommen.

Schizophrene Haltung

Die «Frauenkirche Zentralschweiz» stehe mit geflüchteten Frauen aus Nordsyrien in Kontakt, heisst es in der Mitteilung weiter. Sie erfahre von der Verzweiflung, welche «die türkische Invasion Olivenzweig" auslöse. «Wir beklagen, dass die Schweizer Öffentlichkeit und Politik mehrheitlich Geflüchtete in ihren eigenen Ländern versorgt haben will und jetzt schweigt, wenn eine Schutzzone angegriffen wird, die Geflüchteten im eigenen Land Zuflucht gegeben hat.»

Der Bundesrat solle die Zivilgesellschaft bei ihren Friedensbemühungen unterstützen, fordert die «Frauenkirche Zentralschweiz». Zudem dürften die Bestimmungen für den Kriegsmaterialexport nicht gelockert werden. Die Religionsgemeinschaften werden aufgefordert, für Afrin zu beten. Mit ihren Friedenszeichen sollen sie zu einer öffentlichen, solidarischen Symbolik beitragen. Der «Olivenzweig» sei ein Friedenssymbol, «das wir dringend brauchen, damit das schweigende Zuschauen endet und Afrin eine Zukunft hat».

Missbrauch des Olivenzweigs

«Als religiöse Feministinnen sind wir erschüttert über den Missbrauch des Friedenssymbols Olivenzweig», heisst es in der Mitteilung. Die Bezeichnung verschleiere die Gewalt gegen die multireligiöse Zivilbevölkerung aus Einheimischen und Geflüchteten.

«Wir weisen ausserdem darauf hin, dass patriarchale Kosenamen für Waffen und Armeen in einer langen Tradition stehen, die Gewalt verherrlicht und die Vernichtung einer solidarischen Zivilgesellschaft zum Ziel hat. Auch die Atombombe, die Hiroshima zerstörte, war nur ein kleiner Bub: Little Boy.» Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan nenne seien Armee «den kleinen Memet».

Leiterin der Fachstelle Feministische Theologie der Frauenkirche Zentralschweiz ist die Theologin Regula Grünenfelder. (gs)

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