Weltunion der Presse verliert Attribut «katholisch»

Genf, 1.4.11 (Kipa) Der Vatikan hat die Katholische Weltunion der Presse (Ucip) aufgefordert, die Bezeichnung «katholisch» aus ihrem Namen zu streichen. Der umstrittene Generalsekretär der Union, Joseph Chittilappilly, will mit der zuständigen Behörde Gespräche führen, erklärte er am Donnerstag gegenüber der Presseagentur Kipa.

Der Präsident des päpstlichen Laienrates, Kardinal Stanislaw Rylko, gelangte mit einem Brief an die Ucip, der auf den 23. März datiert ist und Kipa vorliegt. Der Päpstliche Rat für die Laien ist für die Ucip zuständig und fordert seit geraumer Zeit einen Wechsel an der Spitze der Union.

Aus der Sicht Chittilappilly ändert der Brief aus dem Vatikan zurzeit nichts. Der Schreiben enthalte eine eigene Sichtweise. Man bereite eine Antwort vor und werde sich auch an andere Behörden im Vatikan wenden. Im Brief des Kardinals seien «falsche Informationen» enthalten.

Kardinal Rylko erklärt sein Erstaunen darüber, dass Ucip-Präsident Bernhard Sassmann sein Leitungsamt an den Generalsekretär delegiert. Die Ucip habe sich zudem geweigert, Anfragen zu diskutieren, die der priesterliche Beirat der Ucip, der Italiener Franco Mazza, am letzten Weltkongress in Ouagadougou stellen wollte. Mazza hatte damals gegenüber Kipa erklärt, in den Traktanden der Versammlung sei ein Punkt nicht aufgeführt worden, der dem Vatikan am Herzen liege, nämlich die Diskussion über die Rolle des Generalsekretärs, des einzigen besoldeten Mitglieds des Vorstands.

Undurchsichtige Finanzen und Sesselkleber

Der Vatikan beanstandet den vorgesehenen Wegzug des Ucip-Sekretariats aus Genf und die Rolle des Generalsekretärs innerhalb der Organisation. Der Vatikan möchte dessen Aufgabenheft überprüfen. Kritik gibt es auch in Bezug zu Personal, Entlöhnung und Dauer der Mandate. Ferner will der Kardinal Informationen darüber, warum beim Weltkongress in Ouagadougou Mitglieder ausgeschlossen wurden, deren Mitgliederbeiträge nicht in Ordnung gewesen sein sollen.

Der Vatikan beklagt weiter, dass die Finanzen nicht durch den Schatzmeister, sondern durch den Generalsekretär verwaltet werden. Den Finanzen mangle es an Transparenz, schreibt Kardinal Rylko in seinem Brief vom 23. März. Die Union befinde sich anscheinend «völlig in den Händen des Generalsekretärs». Die «Fakten» bewiesen, dass dieser versuche, seinen Job zu retten.

Die Ucip, die katholischen Journalisten, Verlegern und Medienwissenschaftern offen steht, wurde 1927 gegründet und durch den Vatikan anerkannt. Die Organisation hat ihren Sitz in Genf.

(kipa/be/gs/am)

1. April 2011 | 15:20
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