Schweiz

Was diese Menschen alles einpacken!

Zürich, 13.12.16 (kath.ch) Jetzt hat doch dieser komische Klaus schon Pakete verteilt, aber die Leute hier scheinen überhaupt nicht genug zu bekommen. Pakete – oder «Päckli», wie die hier sagen – müssen hier echt Kult sein. Denn fast alles, was die Leute jetzt einkaufen, wird farbig eingepackt, kriegt Maschen drum herum und wird dann extrem stolz aus den Geschäften getragen.

Einige dieser Verpackungen gefallen mir natürlich extrem. Wer die gemacht hat, muss sich irgendwie bei uns oben auskennen. – Nimmt mich ja schon wunder, woher die wissen wie wir ausschauen oder was gerade die neuste Flügelmode ist!? Ich muss schon sagen, Mission Erde im Advent ist krass anspruchsvoll. Das mit dem Engelpapier kommt auf alle Fälle in den Bericht!

Also, die «Päckli». Das muss so ein Mitmachspiel sein. Überall werden sie hingestellt, gelegt oder aufgehängt. Die Grösse allein macht es nicht aus, habe ich schon gemerkt. Einmal bin ich einem recht verliebten Pärchen nach in ein zünftiges Glitzergeschäft. Der Mensch hinter der Theke hat mit weissen Handschuhen so einen Ring mit mächtiger weisser Kugel drauf rausgeholt. Die Frau hat die Hände vor den Augen zusammengeschlagen und ihren Begleiter angehimmelt. Der hat den komischen Kugelring einpacken lassen. Dabei haben doch schon alle gesehen haben, was drin ist! «Das kommt unter den Weihnachtsbaum» sagte er. Na ja, als Dünger taugt der sicher nicht.

Doch es scheint bei dieser Paketgeschichte auch ein paar zünftige Schummler zu geben. Ich meine, mit meinen Engelsaugen sehe ich natürlich bei jedem «Päckli» gleich, was drin ist. – Aber he: manchmal ist gar nichts drin. Lauter Luft, schön verpackt. Die grössten ohne Inhalt liegen erst noch in den Schaufenstern. Also so eins möchte ich auf alle Fälle nicht geschenkt!

«Ich will jetzt wüsse, was drinn isch»*, schreit plötzlich so ein kleiner Mensch neben mir. Er meint aber keines der Pakete im Schaufenster. Seine Mutter sagt darauf ganz süss: «Das goht doch ebe nöd, weisch, Maxim-Etoile. Das gämmer jetzt am Chrischtchindli und das hüeteds denn ganz guet bis Wienachte, weisch. Das isch ebe en Überraschig!» Der Sternen-Max will schon wieder zu schreien anfangen. Da stelle ich mich ganz schnell neben ihn und flüstere ihm ins Ohr: «Es ist eine Burg!»

Maxim-Etoile schaut mich mit Sternenaugen an, lacht und geht ganz zufrieden an der Hand seiner Mutter weiter. – Es ist einfach schön, den Menschen Freude zu machen. Aber ob sich die «Päckli»-Sache im Himmel durchsetzen würde, da bin ich mir nicht so sicher.

* «Ich will jetzt wissen, was da drin’ ist!»
** «Das geht nicht, das weisst du doch, Maxim-Etoile. Wir geben das Paket dem Christkind, das bis Weihnachten ganz gut dazu schaut. Das ist doch eine Überraschung!»

Nächste Folge: Angelina lernt so einiges über Weihnachtsmenüs

News ›
Medienspiegel ›
Anzeige
Katholisches Medienzentrum