Ausland

Von allen Religionen wächst der Islam am stärksten

Washington, 3.4.15 (kath.ch) Der Islam bleibt über die kommenden Jahrzehnte die am stärksten wachsende Weltreligion. Während der Anteil der Christen an der Weltbevölkerung nach einer Projektion des US-amerikanischen Pew Research Centers bis 2050 in etwa konstant bei 31,4 Prozent bleiben wird, sagt die Studie für Muslime einen Anstieg von 23,2 auf 29,7 Prozent voraus. Dennoch werde dann die absolute Zahl der Muslime mit 2,76 Milliarden noch immer leicht unter der Zahl der Christen mit 2,92 Milliarden liegen.

Als grösstes muslimisches Land wird Indonesien bis 2050 voraussichtlich von Indien abgelöst. Laut der Studie «The Future of World Religions» (Die Zukunft der Weltreligionen), die am Donnerstag, 2. April, in Washington veröffentlicht wurde, werden in 35 Jahren in Europa 10,2 Prozent der Bevölkerung muslimisch sein; 2010 waren es 5,9 Prozent. Die Türkei und Russland ausgenommen, besitzt Grossbritannien dann die grösste muslimische Gemeinschaft mit 7,76 Millionen, gefolgt von Frankreich mit 7,54 Millionen und Deutschland mit 7 Millionen.

Global gesehen bilden die stärkste islamische Wachstumsregion die Länder südlich der Sahara. Dort werden den Prognosen zufolge im Jahr 2050 24,3 Prozent aller Muslime weltweit leben; 2010 waren es 15,5 Prozent. Im Asien-Pazifik-Raum überholen die Muslime die Hindus als grösste Religionsgemeinschaft. Weltweit werden Muslime 2050 in 51 Ländern mehr als die Hälfte der Bevölkerung stellen; dies sind zwei Länder mehr als heute, und zwar Mazedonien und Nigeria.

Der Anteil der Religionslosen nimmt ab

Zugleich nimmt die Konfessionalisierung global zu: Der Anteil der religiös Ungebundenen an der Weltbevölkerung sinkt der Studie zufolge von 16,4 Prozent auf 13,2 Prozent. Hingegen stellen die Religionslosen künftig in Frankreich und in den Niederlanden die grösste Bevölkerungsgruppe. (kna)

Muslime beim Freitagsgebet | © Barbara Ludwig
3. April 2015 | 12:22
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