Vatikan untersucht Vorwürfe sexueller Belästigung gegen eigenen Mitarbeiter

Rom/Kansas City, 21.1.19 (kath.ch) Die vatikanische Glaubenskongregation untersucht laut einem Medienbericht Vorwürfe sexueller Belästigung gegen einen eigenen Mitarbeiter. Wie die Online-Zeitung «National Catholic Reporter» am Montag unter Berufung auf Vatikansprecher Alessandro Gisotti meldete, steht im Visier ein Priester in leitender Position, der 2009 eine bereits sexuell missbrauchte Ordensfrau während einer Beichte seinerseits unsittlich bedrängt haben soll.

Die Zeitung zitierte den Vatikansprecher mit den Worten, der betreffende Priester stehe «unter Untersuchung durch die Oberen der Glaubenskongregation, die sich entsprechende Schritte vorbehalten». Der Geistliche ist in der Abteilung für Fragen der katholischen Lehre tätig; die Kongregation übt zugleich strafrechtliche Funktionen bei Missbrauchsdelikten aus.

Opfer berichtet in Kinofilm

Die betroffene ehemalige Ordensfrau, Doris Wagner, hatte sowohl ihre Vergewaltigung durch einen österreichischen Ordensgeistlichen als auch das Verhalten des Vatikan-Mitarbeiters, der der gleichen Gemeinschaft angehört, 2012 öffentlich gemacht und angezeigt. Der heute noch in der Glaubenskongregation tätige Priester wurde laut Wagner 2014 von seinen Vorgesetzten verwarnt und «ermahnt, künftig mit Klugheit und Bedacht zu handeln».

Im Film «#Female Pleasure», der auch in den Schweizer Kinos läuft, erzählt Doris Wagner, dass sie als Ordensfrau von einem Priester vergewaltigt wurde. (cic/bal)

News ›
Medienspiegel ›
Katholisches Medienzentrum