Vatikan: Terror darf Dialog mit Islam nicht verhindern

Rom, 22.4.15 (kath.ch) Der Vatikan hat Christen nachdrücklich dazu aufgefordert, den Dialog mit Muslimen ungeachtet des andauernden islamistischen Terrors fortzusetzen. Eine «grosse Mehrheit der Muslime» erkenne sich in den gegenwärtigen «Barbareien» nicht wieder, heisst es in einer am Mittwoch, 22. April, veröffentlichten Erklärung des päpstlichen Rates für den interreligiösen Dialog.

Das Gespräch mit Muslimen sei «nötiger denn je». Angesichts der Verfolgungen von Christen durch Muslime könne es zu einem Zeichen der Hoffnung werden. Zugleich warnte der Vatikan vor einer «wachsenden und gemeinen Stigmatisierung von Muslimen und ihrer Religion».

Der päpstliche Rat appellierte an Muslime, Christen und Angehörige anderer Religionen, sich entschieden von religiös motiviertem Terrorismus zu distanzieren. Im Namen der Religion zu töten sei nicht nur eine Beleidigung Gottes, sondern auch eine Niederlage für die Menschheit. Die Gläubigen müssten den Mut haben, den Inhalt von Predigten und die Lehrpläne des Religions- und Geschichtsunterrichts zu überdenken. Entscheidende Bedeutung komme hierbei den Familien und der Schule zu.

Gehalt der Religionen zeigen

Weiter heisst es in der Erklärung, die Vorfälle der jüngsten Zeit hätten dazu geführt, dass sich viele fragten, ob «es überhaupt noch Raum für einen Dialog mit den Muslimen gibt». Die Antwort laute: «Ja, mehr denn je». Leider werde das Wort «Religion» heute jedoch oft mit dem Wort «Gewalt» in Verbindung gebracht.

Die Gläubigen müssten demgegenüber zeigen, dass Religionen den Frieden förderten und nicht die Gewalt. Die Gläubigen aller Religionen müssten Brüderlichkeit und Dialog untereinander verstärken. Sie einen ein «riesiges Potenzial für den Frieden». (cic)

22. April 2015 | 17:00
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