Vatikan-Richter wegen Kinderpornografie verurteilt

Rom, 19.2.18 (kath.ch) Wegen Belästigung eines 18-Jährigen sowie Besitzes kinderpornografischer Bilder ist ein Richter eines hohen vatikanischen Gerichts zu 14 Monaten Haft verurteilt worden. Wie italienischen Medien am Montag berichteten, wurde die Strafe eines italienischen Gerichts zur Bewährung ausgesetzt. Der Angeklagte, Pietro Amenta, ist Priester aus Süditalien und Richter am Appellationsgericht der Römischen Rota.

Den Berichten zufolge hatte Amenta Anfang März 2017 in Rom einen 18-jährigen Rumänen verfolgt und belästigt, der sich daraufhin an eine Polizeistreife wandte. Bei den weiteren Ermittlungen fanden Beamte auf seinem Computer 80 pornografische Bilder minderjähriger Opfer.

Als Richter für Eheannullierungen zuständig

Die römische Rota (Rota Romana) ist eines der drei höchsten kirchlichen Gerichte und als letzte Instanz vor allem für die meisten Fälle von Eheannullierung zuständig.

Der vatikanische Staatsanwalt Gian Piero Milano hatte vor zwei Wochen in seiner Ansprache zur Eröffnung des vatikanischen Gerichtsjahres unter anderem zwei Fälle erwähnt, in denen wegen Vergehen gegen Minderjährige ermittelt werde. Ob dazu auch der Fall Amenta gehört, ist allerdings offen, da Milano keine Namen nannte.

Vatikan ermittelt gegen zwei Priester

Laut Medienberichten ermittelt der Vatikan zudem in einem Missbrauchsverdachtsfall gegen einen Priester bei Neapel. Vatikansprecher Greg Burke bestätigte auf Anfrage, dass der Fall – wie üblich – bei der Glaubenskongregation vorliegt.

Zudem befasst sich die vatikanische Justiz mit dem Fall eines Priesters, der Mitarbeiter an der Botschaft des Heiligen Stuhls in Washington war. Ihm wird der Besitz kinderpornografischen Materials vorgeworfen. (cic)

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