«Mein Geschlecht ist nicht meine Art» – Plakat an Pride in Freiburg | © Georges Scherrer
Vatikan
«Mein Geschlecht ist nicht meine Art» – Plakat an Pride in Freiburg | © Georges Scherrer

Vatikan plant kritisches Dokument zur Gender-Theorie

Rom, 14.3.18 (kath.ch) Aus dem Vatikan wird eine kritische Stellungnahme zum Thema Gender erwartet. Ein entsprechendes Dokument solle «demnächst» veröffentlicht werden, zitiert das Portal «Vatican News» den Sekretär der vatikanischen Bildungsbehörde, Erzbischof Angelo Vincenzo Zani.

Die Kirche sei beunruhigt über die Gender-Theorie. Dazu berief Zani sich unter anderem auf das päpstliche Lehrschreiben «Amoris laetitia» zu Ehe und Familie, das sich skeptisch zur Gender-Theorie äussere.

Diese Theorie stelle «eine Gesellschaft ohne Unterschied der Geschlechter» in Aussicht und höhle die «grundlegende anthropologische Familie» aus. «Die menschliche Identität wird einer individualistischen Wahlfreiheit ausgeliefert, die sich im Laufe der Zeit auch ändern kann», heisst es in dem Lehrschreiben von 2016, das bislang vor allem in der Debatte um Sakramente für wiederverheiratete Geschiedene zitiert wird.

Zani, der sich am Rande einer Konferenz an der Päpstlichen Universität Santa Croce äusserte, deutete an, das Dokument werde als Brief der Bildungskongregation an die Bistümer weltweit geschickt und solle an wichtige pädagogische Prinzipien erinnern.

Auch Glaubenskongregation plant Papier

Zusätzlich bereite die Glaubenskongregation ein tiefergehendes Dokument zur Gender-Theorie vor, so Zani. Zu dem Thema haben sich bereits einige Bischofskonferenzen geäussert, etwa jene von Frankreich, Brasilien oder den USA.

«Ideologische Kolonisierung»

Papst Franziskus hatte bei einer Pressekonferenz auf dem Rückflug von Aserbaidschan im Jahr 2016 von der «Heimtücke» gesprochen, «mit der wir heutzutage durch die Indoktrinierung mit der Gender-Theorie konfrontiert sind».

In dem Zusammenhang spricht Franziskus auch von «ideologischer Kolonisierung». Es sei eine Sache, dass ein Mensch eine transsexuelle Neigung habe, «und es gibt auch Menschen, die ihr Geschlecht ändern. Etwas anderes ist es, diese Linie in der Schule zu lehren, um die Mentalität der Menschen zu ändern.»

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