Vatikan: Christen und Buddhisten gemeinsam gegen moderne Sklaverei

Rom, 20.4.15 (kath.ch) Der Vatikan hat Christen und Buddhisten zum gemeinsamen Einsatz gegen die Plage der modernen Sklaverei aufgerufen. Auch wenn die Sklaverei offiziell auf der ganzen Welt abgeschafft sei, lebten weiterhin Millionen Kinder, Männer und Frauen jeden Alters unter sklavenähnlichen Bedingungen, heisst es einer Botschaft des vatikanischen Dialog-Rates vom Montag zum buddhistischen Vesakh-Fest.

Dazu zählten physische und sexuelle Ausbeutung von Migranten, Zwangsprostitution und menschenunwürdige Arbeitsbedingungen, aber auch Folter und Entführungen, um Kindersoldaten zu rekrutieren. Das höchste buddhistische Fest wird zu unterschiedlichen Terminen zwischen dem 3. Mai und dem 2. Juni begangen.

Das vom französischen Kurienkardinal Jean-Louis Tauran unterzeichnete Schreiben ruft Christen und Buddhisten auf, den Opfern der modernen Sklaverei Hilfe anzubieten. Sie sollten sich um ihre psychologische Rehabilitation bemühen sowie um ihre Wiedereingliederung in die Gesellschaft ihres Ziel- oder ihres Herkunftslandes.

Ursache der modernen Plage sei ein «durch Korruption und Ignoranz irregeleitetes Herz der Menschen», das anderen nicht die gleiche Würde zuerkenne, sondern sie als Gegenstände behandele, schreibt die für den Dialog mit anderen Religionen zuständige Vatikan-Behörde. (cic)

20. April 2015 | 17:17
Teilen Sie diesen Artikel!