US-Bischöfe ziehen Konsequenzen aus Missbrauchsskandal

Washington, 20.9.18 (kath.ch) Die US-Bischofskonferenz (USCCB) zieht weitere Konsequenzen aus dem Missbrauchsskandal. Dabei geht es um Massnahmen gegen Bischöfe, die selbst übergriffig geworden sind oder Missbrauch vertuscht haben, wie das Verwaltungskomitee der USCCB am Mittwoch (Ortszeit) mitteilte.

Insbesondere solle der Skandal um den früheren Washingtoner Kardinal Theodore McCarrick (88) umfassend untersucht werden. Ihm werden der Missbrauch Minderjähriger sowie sexuelle Übergriffe auf Seminaristen vorgeworfen. Die Aufarbeitung sollen vor allem Laien, also Nichtgeistliche, voranbringen.

Verhaltenskodex für Bischöfe

Zudem sei die Einrichtung einer unabhängigen Stelle beschlossen worden, bei der Missbrauchsopfer vertraulich am Telefon oder online Vorwürfe gegenüber Bischöfen melden könnten. Von dort sollen die Beschuldigungen an die zuständigen kirchlichen wie auch zivilrechtlichen Behörden weitergeleitet werden. Ferner will die USCCB Richtlinien für den Umgang mit Bischöfen erlassen, die wegen solcher Beschuldigungen ihr Amt verlieren.

Drittens kündigte die Bischofskonferenz einen Verhaltenskodex für Bischöfe an, der den Umgang mit Missbrauchsfällen Minderjähriger und Erwachsener sowie mit Vertuschungsvorwürfen regeln soll.

«Tiefe Gewissenserforschung»

«Dies ist eine Zeit tiefer Gewissenserforschung», hiess es in der Erklärung. Einige Bischöfe hätten Individuen und der ganzen Kirche grossen Schaden zugefügt, indem sie ihre Autorität missbrauchten. «Die Bischöfe der Vereinigten Staaten geloben, zu heilen und zu beschützen mit aller Stärke, die Gott uns verleiht», so der Text.

Nach den Vorwürfen gegen Ex-Kardinal McCarrick hatte im August ein umfangreicher Bericht über kirchliche Missbrauchsfälle im US-Bundesstaat Pennsylvania den Skandal ins Rollen gebracht. Inzwischen haben die Generalstaatsanwälte mehrerer weiterer Bundesstaaten Untersuchungen in Bistümern angekündigt. (kna)

 

 

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