Kind im Blick  | © Regula Pfeifer
Schweiz
Kind im Blick | © Regula Pfeifer

Tunesier will 15-Jährige in Lausanner Moschee geheiratet haben

Lausanne, 20.4.18 (kath.ch) Ein 40-jähriger Mann wurde in der Waadt wegen sexuellem Kontakt mit einer Minderjährigen verurteilt. Der aus Tunesien stammende Mann hatte angegeben, die 15-Jährige in einer Lausanner Moschee geehelicht zu haben. Der zuständige Imam bestreitet, die beiden vermählt zu haben.

Dem Mann sei das Alter der jungen Konvertitin bekannt gewesen, schreibt die Gratiszeitung «20min» in der Westschweizer Ausgabe von Freitag. Der Mann wurde von den Eltern des Mädchens angezeigt. Das Gericht in der Waadt verurteilte ihn nun auf Bewährung zu einer Geldstrafe, schreibt die Zeitung. Der Mann ist arbeitslos. Aus diesem Grund übernimmt der Kanton einen Teil der Kosten.

Illegale Vermählungen

Der Imam der Moschee bestreitet, den beiden seinen Segen gegeben zu haben. Der Fall ist nicht einzigartig in der Schweiz. Gemäss der vom Bund unterstützten Nichtregierungsorganisation «Fachstelle Zwangsheirat»  komme es in der Schweiz immer wieder vor, dass Imame, Prediger und andere Angehörige von Religionsgemeinschaften junge Frauen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren vermählten.

Die Fachstelle habe 2016 Kenntnis von 21 solchen Fällen erhalten. Die Jugendlichen stammten aus Syrien, Afghanistan, dem Irak, Eritrea, Somalia, Kosovo und Mazedonien und wurden von muslimischen Geistlichen verheiratet. Zudem hätten christliche Prediger drei junge Roma-Frauen vermählt. (gs)

News ›
Medienspiegel ›
Katholisches Medienzentrum