Schweiz

Tessinerinnen beteiligen sich im Advent am «Gebet am Donnerstag»

Die Tessiner Katholikinnen schliessen sich im Advent der Aktion «Gebet am Donnerstag» an. Die Gebetsaktion wurde von Irene Gassmann, Priorin des Klosters Fahr, und drei Theologinnen lanciert.

Die Frauen der katholischen Frauenvereinigung im Tessin sind «besorgt über die gravierende Glaubwürdigkeitskrise», welche die Kirche aufgrund der vielen Missbrauchsfälle und der wachsenden Austritte heimgesucht habe. Das schreibt die «Unione femminile cattolica ticinese» auf ihrer Webseite.

Nach dem Gebet die Pizza

Sie organisiert nun für diesen und die zwei folgenden Donnerstage im Advent ein «Gebet am Donnerstag» in der Kapelle der Klinik Moncucco in Lugano. Treffpunkt ist um 18.30 Uhr. Die Teilnehmenden sind anschliessend zum gemeinsamen Pizza-Essen eingeladen, heisst es.

Das «Gebet am Donnerstag» ist eine Aktion, welche die Kirche von innen her erneuern will. Das Gebet steht ein für die volle Gleichwertigkeit von Frau und Mann in der Kirche. «Im Miteinander in allen Diensten und Ämtern können sie zu einer Kirche beitragen, die erneuert in die Zukunft geht», heisst es im Gebet.

Weiter heisst es darin, dass eine glaubwürdige Kirche offen sei für Menschen «gleich welcher Herkunft, welcher Nationalität, welcher sexuellen Orientierung» und auch für Menschen, «deren Lebensentwurf augenscheinlich gescheitert» sei.

Am Tag der heiligen Scholastika lanciert

Der Aufruf zum «Gebet am Donnerstag» wurde von vier bekannten Katholikinnen der Deutschschweiz auf den 10. Februar 2019 lanciert. Unter den Initiantinnen befanden sich – neben der Fahrer Priorin – die Theologinnen Dorothee Becker von der Pfarrei Heiliggeist in Basel, die frühere Seelsorgerin im Tabu-Bereich in Basel, Anne Burgmer, sowie Jeannine Kosch, Seelsorgerin an der Bahnhofkirche Zürich und Fachverantwortliche Palliative Care der Schweizer Bischofskonferenz.

Die Lancierung am 10. Februar wurde bewusst gewählt. Es ist der Tag der heiligen Scholastika, der Schwester des Ordensgründers Benedikt von Nursia. Die Idee sollte über das Netzwerk der Benediktinerinnen weltweit verbreitet werden. Erstmals gebetet wurde am 14. Februar.

Bereits mehrfach übernommen

Inzwischen beteiligen sich laut der Gebet-am-Donnerstag-Webseite insgesamt fünf Ordensgemeinschaften sowie 15 Pfarreien der Deutschschweiz am wöchentlichen Gebet. Unter ihnen befinden sich das Kloster Engelberg, das Kloster Heiligkreuz in Cham, das Dominikanerinnenkloster in Ilanz, die Kanisiusschwestern in Freiburg, die Johannes-Kapelle im Bischöflichen Ordinariat in Solothurn und die Peterskapelle Luzern. An rund zehn weiteren Orten der Deutschschweiz wird laut der Webseite sporadisch oder monatlich gebetet. Weitere rund 20 Gebetsorte in Deutschland sind aufgeführt. (rp)

Eine Gläubige im Gebet | © Oliver Sittel
5. Dezember 2019 | 12:32
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