Mehr Partizipation fordert Tagsatzung.ch am 24. November | © zVg
Schweiz
Mehr Partizipation fordert Tagsatzung.ch am 24. November | © zVg

Tagsatzung.ch fordert dringend eine Synode

Zürich, 26.11.18 (kath.ch) In der Kirche habe sich vieles zu einer Krise kumuliert, die nicht mehr einfach hingenommen werden könne. Solche und ähnliche Voten fielen an der Tagung des Vereins Tagsatzung.ch in Zürich am Samstag.

Am Treffen seien Forderungen nach einer Synode oder gar nach einem Streik laut geworden, sagt Bruno Strassmann, Präsident des Vereins Tagsatzung, auf Anfrage. Damit hätten die Teilnehmenden der Kirchenleitung die aktuelle Krise bewusst machen wollen, die sich unter anderem auch am Austritt der sechs prominenten Katholikinnen gezeigt habe.

Kritisiert wurden unter anderem die aktuelle Machtverteilung und der Klerikalismus in der Kirche sowie die Doppelmoral beim Umgang mit ethischen Fragen, wie Strassmann gegenüber kath.ch sagt.

Feld nicht restaurativen Kräften überlassen

Die Diskussionsrunde habe sich aber für einen Verbleib in der Kirche ausgesprochen, so Strassmann. Die Beteiligten seien sich in der Schlussrunde einig gewesen: Es müsse nun etwas passieren. Und man wolle das Feld nicht den restaurativen Kräften überlassen.

Der Verein Tagsatzung hatte am Samstag in Zürich die Tagung «Nicht länger ohne uns – Partizipation in Kirche und Gesellschaft» durchgeführt. Diskutiert wurden Fragen wie: Wie können wir die Partizipation in der Kirche stärken? Und wie kann ein Konsens gefunden werden zwischen den unterschiedlichen Partnern?

Dabei führte der Theologe und Ethiker Thomas Wallimann mit einem Referat in die sozialethische Perspektive der Partizipation ein, die grüne Nationalrätin Irène Kälin thematisierte gesellschaftspolitische Fragen, die Zürcher Synodalratspräsidentin Franziska Driessen-Reding brachte Kirchenpolitisches zur Sprache und der Ordensmann Walter Ludin ordnete die Fragen historisch ein und stellte einen Bezug zur Synode 72 her.

Jubiläum der Synode 72 im Blick

Ausgangspunkt für die Veranstaltung war das baldige 50-Jahr-Jubiläum der Synode 1972 in der Schweiz. «Der Verein Tagsatzung.ch macht sich dafür stark, dass auf das Jubiläum im Jahr 2022 hin eine neue Synode die brennenden Themen der Kirche und der Gesellschaft diskutiert», führt Bruno Strassmann gegenüber kath.ch aus. Avisiert werden Lösungen, die von der Basis mitentwickelt und getragen werden.

Die Synode 72 in der Schweiz befasste sich von 1972 bis 1975 im Anschluss an das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) mit dringenden Reformanliegen der katholischen Kirche und deren Umsetzung in den Schweizer Diözesen. (rp)

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