Symbolbild Missbrauch |© 2013 Andrea Krogmann
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Symbolbild Missbrauch |© 2013 Andrea Krogmann

Studie geht Ursachen von sexuellem Missbrauch in der Kirche nach

Melbourne, 14.9.17 (kath.ch) Australische Wissenschaftler haben eine Studie über die Ursachen sexuellen Missbrauchs von Kindern in der katholischen Kirche veröffentlicht. Darin habe man umfassend untersucht, ob es Gründe für sexuellen Missbrauch gibt, die im Gesamtsystem der katholischen Kirche weltweit begründet sind – also «systemische Ursachen», heisst es in der von der RMIT University in Melbourne veröffentlichten Mitteilung.

Zwei Gründe für sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche sehen die beiden Autoren Peter Wilkinson und Desmond Cahil im Zölibat und der grossen Zahl der von der Kirche betriebenen Waisenhäuser. «Kinder (…) in Bildungs- und Wohlfahrtseinrichtungen sind einem Risiko ausgesetzt, wenn psychosexuell unreife und/oder sexuell benachteiligte zölibatär Lebende, einschliesslich Priester und Ordensleute, zu ihnen Zugang haben», heisst es in dem Bericht. Zudem weisen die Autoren auf eine niedrigere Zahl von Missbrauchsfällen in den katholischen Ostkirchen hin, in denen Priester heiraten dürfen.

Kirche unterhält weltweit 9800 Waisenhäuser

Über die Gefahr von Missbrauch in Waisenhäusern heisst es: «Das Risiko, zum Opfer zu werden, ist in Wohnzusammenhängen am höchsten.» Besonders in Ländern, in denen die Kirche nach wie vor viele Waisenhäuser betreibe, bestehe das Risiko weiter. Insgesamt unterhält die Kirche den Angaben zufolge weltweit 9800 entsprechende Einrichtungen, 2600 in Indien und 1600 in Italien. Besorgt äussern sich die Autoren, beide ehemalige katholische Priester, auch zur Lage in Asien und Afrika. Dort sei den Kirchenvertretern das Problem zwar bewusst, aber es gebe kaum Öffentlichkeit für das Thema.

Breites Quellenstudium

Für den 384 Seiten umfassenden Report analysierten die Autoren laut eigenen Angaben die Ergebnisse von Untersuchungskommissionen, polizeilichen Ermittlungen, kirchlichen Studien und wissenschaftlichen Forschungen aus Australien, Europa und den USA. In der Mitteilung der Universität heisst es, die Studie umreisse eine «Matrix von kulturellen, historischen, organisatorischen, sozialen, psychologischen und theologischen Faktoren», die ursächlich für Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche seien. (kna)

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