Schweiz

Stichwort: Pfingsten

24.5.15 (kath.ch) Pfingsten markiert das Ende der Osterzeit. Es geht auf das jüdische Wochenfest Schawuot zurück und wird wie dieses am fünfzigsten Tag nach Ostern bzw. Pessach gefeiert. Christen feiern an Pfingsten die Herabkunft des Heiligen Geistes auf die Jünger Jesu und damit die Geburtsstunde der Kirche.

Josef-Anton Willa*

Das Wort Pfingsten geht auf das griechische Wort «Pentecoste» zurück, das sich mit «fünfzig Tage» oder «der fünfzigste Tag» übersetzen lässt. Die Zahl 50 symbolisiert Fülle, Vollendung, aber auch Neuanfang (7 x 7 + 1). Pfingsten markiert den krönenden Abschluss der fünfzigtägigen Osterzeit, die seit dem 2. Jahrhundert liturgisch wie ein einziger Festtag begangen wird, unter anderem mit häufigem Halleluja-Singen und dem Anzünden der Osterkerze in allen Gottesdiensten.
Die Deutung als Fest des Heiligen Geistes bezieht sich auf die erste Lesung der Tagesmesse (Apostelgeschichte 2,1-11), wo berichtet wird, dass der Heilige Geist am jüdischen Pfingstfest, sieben Wochen nach Pessach, auf die Jünger Jesu herabkam. Das ursprüngliche Erntedank- und Bundesfest Schawuot wurde dadurch zum Fest einer neuen Ernte und eines neuen Bundes in Christus. Mit ihm beginnt die Zeit der Kirche.
Die Messe am Pfingsttag ist besonders durch den feierlichen Gesang der Sequenz «Veni Sancte Spiritus – Komm herab, o Heil›ger Geist» gekennzeichnet. Während des Gesangs wurde früher mancherorts eine Taube, Symbol des Heiligen Geistes, losgelassen, oder es regnete Obst oder Blumen auf die Gläubigen herab. Der heute noch praktizierte Brauch des Pfingstfeuers verweist auf die «Zungen wie von Feuer» bei der Geistsendung und auf die Glut der Begeisterung, die bei den Gläubigen über den Osterfestkreis hinaus spürbar sein sollte. (kath.ch)
*Josef-Anton Willa ist Mitarbeiter am Liturgischen Institut der deutschsprachigen Schweiz in Freiburg.
Liturgisches Institut: www.liturgie.ch

 

Weihbischof Marian Eleganti über den Geist Gottes, Beitrag im «Bündner Tagblatt» (23. Mai)

Taube als Symbol des Heiligen Geistes (Taufbecken in Billerbeck/D)| © Gerd Wittka / pixelio.de
23. Mai 2015 | 18:00
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