Schweiz

Karfreitag

Zürich, 14.4.17 (kath.ch) Am Karfreitag gedenken Christen des Leidens und Sterbens von Jesus von Nazareth am Kreuz.  Am Nachmittag findet gegen 15 Uhr, zur Stunde der Kreuzigung Jesu, ein Gottesdienst statt. Im Mittelpunkt steht die Leidensgeschichte Jesu.

Nachmittags gegen 15 Uhr, zur Todesstunde Jesu, rufen hölzerne Klapperinstrumente (Rätschen/Raffelen) anstelle der Kirchenglocken zur liturgischen «Feier vom Leiden und Sterben Christi». Sie sind Zeichen der Trauer und sollen das Beben der Erde beim Tod Jesu symbolisieren, von dem in der Bibel zum Todeszeitpunkt am Kreuz gesprochen wird. Die dem Gottesdienst vorstehenden Personen ziehen in Stille in die Kirche ein und knien oder werfen sich vor dem Altar nieder. Die Versammlung verharrt einen Moment in stillem Gebet.

Nach der Lesung der Passionsgeschichte aus dem Johannesevangelium werden in den Fürbitten die Anliegen und Nöte der Welt vor Gott getragen mit Blick auf Jesus, der für das Heil dieser Welt sein Leben hingegeben hat. Ein weiterer Teil der Feier ist die Verehrung des Kreuzes Christi als Siegeszeichen über Leiden und Tod. Die Kreuzverehrung kann im Anschluss an die Feier individuell fortgesetzt werden. Die Eucharistie wird am Karfreitag und Karsamstag nicht gefeiert.

Zum traditionellen religiösen Brauchtum gehören Karfreitagsprozessionen wie jene von Romont im Kanton Freiburg, bei der ein Kreuzträger von Klagefrauen (»Pleureuses») begleitet wird. In neuerer Zeit gehen mancherorts Christen gemeinsam einen «Ökumenischen Kreuzweg».

Der Karfreitag ist Fast- und Abstinenztag, das heisst, es soll kein Fleisch und nur eine volle Mahlzeit eingenommen werden. Karsamstag ist der Gedächtnistag der Grabesruhe. Es finden keine Gottesdienste statt. Auf den Altären stehen weder Kerzen noch Blumen. Die karge Ausgestaltung der Kirchen weist auf Leiden und Tod Jesu hin. Trauern und Fasten geschieht aber stets im Blick auf Ostern, auf die Auferstehung und Befreiung zur Lebensfülle. (red/Liturgisches Institut)

Zuerst bleiben die Glocken stumm und dann wird gefeiert

Gekreuzigter Jesus | © Michael Haderer, Flickr, CC0
14. April 2017 | 07:00
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