Pauluskirche Luzern | © Sylvia Stam
Schweiz
Pauluskirche Luzern | © Sylvia Stam

Stichwort: Eidgenössischer Dank-, Buss- und Bettag

Zürich, 17.9.16 (kath.ch) Jeweils am dritten Sonntag im September wird in der Schweiz der Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag gefeiert. Obschon dieser hohe staatliche Feiertag da und dort in Frage gestellt wird, zeugen zahlreiche Gebetsanlässe und ökumenische wie interreligiöse Feiern bis heute von der Bedeutung dieses Tages.

Seit 180 Jahren wird der Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag gesamtschweizerisch jeweils am dritten Sonntag im September begangen. Mit der Gründung des Bundesstaates 1848 gewann er staatspolitische Bedeutung als Zeichen und Instrument staatlicher und konfessioneller Einigung. Kantonsregierungen veröffentlichten jeweils eine Botschaft, das Bettagsmandat, eine Tradition, die bis heute von politischen und kirchlichen Organisationen gepflegt wird. So wird in Zürich beispielsweise Regierungsrätin Jacqueline Fehr (SP) am Bettag im Grossmünster sprechen.

In der katholischen Kirche war der Bettag lange Zeit geprägt durch Pfarrei- und Vereinsversammlungen und die mancherorts noch heute stattfindenden eucharistischen Anbetungsstunden, in den reformierten Kirchen wird an diesem Tag das Abendmahl gefeiert.

Lange Nacht der Kirchen

Im Kanton Aargau findet am 17. September dieses Jahr erstmals die  «Lange Nacht der Kirchen» statt. Sie wird von der römisch-katholischen und von der reformierten Landeskirche des Kanton Aargaus getragen. In rund 80 Kirchen finden Andachten, Gottesdienste und kulturelle Anlässe statt. Erwartet werden bis zu 4000 Besucherinnen und Besucher.

Kollekte für die inländische Mission

Wie jedes Jahr hat die «Inländische Mission» (IM) für den Bettag zu einer Kollekte aufgerufen. Stellvertretend für die Tätigkeiten des katholischen Hilfswerks werden drei Projekte vorgestellt: Die Strassenseelsorge in Bulle (FR), die Asylantenseelsorge in Les Rochats (VD) und das Adoray Festival 2016 in Zug. Die IM möchte mit der Spendenaktion «für einen gelebten Glauben und die Solidarität unter den Schweizer Katholikinnen und Katholiken» sorgen. Ebenfalls alljährlich findet auf dem Säntis ein Gebetsanlass statt, der von der freikirchlich geprägten Organisation «Gebet für die Schweiz» organisiert wird.

Ökumenische und interreligiöse Anlässe

Am Bettag wird in verschiedenen Pfarreien und Kirchgemeinden gern die Kanzel getauscht. Prominentestes Beispiel ist dieses Jahr wohl Christoph Sigrist, reformierter Pfarrer am Zürcher Grossmünster, der in der Klosterkirche in Einsiedeln predigen wird. Es ist dies das erste Mal seit der Reformation vor 500 Jahren, dass ein Pfarrer des Grossmünsters in dieser Kirche predigt. Neben ökumenischen Gottesdiensten finden neuerdings besonders in Städten auch interreligiöse Feiern statt. So haben die drei Landeskirchen im Kanton Luzern einen Bettagsaufruf verfasst, den auch die islamische Gemeinde Luzern unterzeichnet hat. Unter dem Motto «Will kommen. Willkommen» möchten sie dazu anregen, am Bettag beide Seiten des Willkommens zu bedenken. «Ob und wie wir willkommen heissen, was kommt, liegt in unseren Händen», schreiben die Kirchen dazu.

In der katholischen Kirche Teufen (AR) findet ein Gottesdienst statt, mit dem laut Pfarrei-Homepage «höchsten Sufi Geistlichen der liberal-islamischen Welt», Baba (Vater) Mumim Lama des Bektashi-Ordens mit Sitz in Gjacova/Kosovo. Dabei stelle sich Lama «den Fragen zum belasteten Verhältnis zwischen Christentum und Islam». In Kreuzlingen lädt der interreligiöse Arbeitskreis Thurgau zu einer interreligiösen Feier in die albanische Moschee ein.  (jaw/sys)

«Für uns ist Maria dasselbe wie für euch», sagt der Grossmünsterpfarrer

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