Lukas Niederberger | © 2010 Aufbruch
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Lukas Niederberger | © 2010 Aufbruch

Seit 15 Jahren hat der Terrorismus ein religiöses Gesicht

18.1.15 (kath.ch) «Besonders skeptisch bin ich religiösen Vertretern gegenüber, die sich derzeit von jeglichem Terror im Namen Gottes distanzieren. Gerade die christlichen und moslemischen Religionsvertreter sollten endlich mutig bekennen, dass sie mit ihren Absolutheitsansprüchen, patriarchalen Systemen und dogmatischen Lehren seit Jahrhunderten systematisch zur gegenseitigen Intoleranz beitragen. Sie müssen sich die Frage gefallen lassen, warum der Terrorismus seit 15 Jahren ein religiöses Gesicht gewählt hat. Das ist leider Gottes kein Zufall. Allzu lange haben sich die Religionen gegen notwendige Reformen gewehrt, gegen die Moderne und deren Werte gekämpft, religiöse Gesetze über das persönliche Gewissen gestellt. Und allzu lange haben sie sich gegen Glaubensfreiheit und religiöse Vielfalt gewehrt, Autoritätsgehorsam gefordert und ihre Frohbotschaften in Drohbotschaften pervertiert. Der Protest religiöser Vertreter gegen Gewalt und Terror ist nur glaubwürdig, wenn diese gleichzeitig die Freiheit des Gewissens, die Versöhnung mit den anderen Religionen sowie die Gleichstellung der Geschlechter predigen und leben.»

Der Theologe Lukas Niederberger in seinem Kommentar «Nicht jeder ist ein Charlie» für das St. Galler Tagblatt online (18. Januar). Der ehemalige Priester ist heute Geschäftsführer der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft (SGG). (gs)

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