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Scharfe Mönchs-Sauce gegen Trumps Sprüche

Der US-Benediktiner Richard Walz ist mit seiner scharfen Paprika-Sauce zur «Great Big Story» des TV-Senders CNN avanciert. Das Pikante: Der Mönch und sein Kloster Subiaco in Arkansas haben Schweizer Wurzeln.

Georges Scherrer

Walz’ Paprika-Produkt ist scharf genug, um den Mund von Joe Biden und Donald Trump «vor faulen Sprüchen frei zu halten, wenn sie es essen», sagt der Benediktiner über seine kulinarische Schöpfung. Und ergänzt: «Vielleicht sollte ich den Präsidentschaftskandidaten etwas Mönchssauce spenden.»

Der Sender CNN hat die heisse Sauce von Richard Walz berühmt gemacht. Seit Ende August figuriert sie auf der Homepage des Nachrichten-Portals in der Rubrik «Great Big Story».

Wurzeln in Europa

Richard Walz ist gerührt. «CNN hat viel Geld ausgegeben. Der Sender schickte Reporter von New York nach Arkansas in unser kleines Landkloster, um den Film zu drehen», sagt Walz. Und: Das Video habe den Verkauf deutlich angekurbelt.

Richard Walz im Paprika-Feld

Der Mönch hat Schweizer Wurzeln. «Ich bin ein halber Schweizer», sagt der Mann. Die Grosseltern mutterseits stammten aus der Schweiz. Sie hiessen Husler und Matzinger. Die Grosseltern väterlicherseits stammen aus Elsass-Lothringen. Ihr Neffe Richard Walz trat den US-Benediktinern bei.

Statt Novizen Paprika

Ein längerer Einsatz führte ihn in das zentralamerikanische Land Belize. Er blieb 28 Jahre dort. In dieser Zeit lernte er viel über Paprika und die damit produzierte scharfe Sauce kennen, wie er gegenüber kath.ch erklärt.

Er war nach Belize geschickt worden, um im Auftrag der Abtei Subiaco in Arkansas ein Kloster zu gründen. Die neue Einrichtung führte jedoch nicht zu Berufungen. Walz kehrte in die USA zurück. Das Rezept für die Habanero Pepper Sauce flog mit.

Fruchtbare Entwicklung in Arkansas

Der Benediktiner erinnert sich: «Als ich Belize verliess, nahm ich einige Samen Paprika mit und begann, sie hier in Arkansas anzupflanzen.» Das Experiment gelang. Die Pflanzen wuchsen gut. Das Kloster erntete viele Paprikas. Richard Walz verarbeitete diese zur Smoked Monk Sauce. Im Jahr 2004 begann er, die Mönchssauce zu verkaufen.

Zwei Mal hat der US-Amerikaner das Gründerkloster Einsiedeln in der Schweiz besucht. Er brachte jeweils als Gastgeschenk seinen scharfen Leckerbissen mit. Verkauft wird das Produkt in den Schweizer Benediktinerklöstern nicht.

Kein europäischer Absatz

Eine Zeitlang wollte das Kloster Sant’Anselmo in Rom Mönchsprodukte aus der ganzen Welt verkaufen – «aber ich glaube, daraus ist nie viel geworden», so Walz. Sein scharfes Produkt wird nicht nach Europa exportiert.

Richard Walz bei der Produktion der Habanero Hot Sauce

«Wir verkaufen die Mönchssauce auf unserer Website und auch in einigen wenigen US-Bundesstaaten sowie in einigen Klöstern – vor allem in Gethsemani in Kentucky, dem Trappistenkloster, wo der Mystiker Thomas Merton wirkte», führt Walz aus.

Nun auch noch Bier

Das Hauptapostolat von Subiaco ist gemäss Walz ein Internat für Jungen im Alter von 12 bis 18 Jahren. Die Landwirtschaft habe aber schon immer eine wichtige Rolle eingenommen. «Wir haben Angus-Rindvieh auf unserem Grundstück und ein Sägewerk, das Schnittholz für unsere Schreinerei aus den Kiefern auf unserem Grundstück schneidet. Wir haben auch einen ziemlich grossen Garten und produzieren in den Sommermonaten viel Gemüse.» Das Kloster verkauft Holzprodukte, Seife, Kerzen und anderes mehr.

Neu im Angebot der Mönche ist ein anderer ganz besonderer Saft als die Habanero Pepper Sauce. Seit einem Jahr braut das Kloster Bier. Die Brauerei trägt den Namen: Country Monks Brewing. «Wir haben klein angefangen, sind aber stetig gewachsen. Covid-19 hat jedoch diesem Geschäft einen grossen Dämpfer versetzt», bemerkt Walz. – Hier gibt es eine Liste der Klostergründungen.

Subiacos gepfefferte Habanero Hot Sauce | © www.countrymonks.biz
10. September 2020 | 18:00
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Ab ins Exil

Das Kloster Subiaco im US-Bundesstaat Arkansas ist eine Schweizer Gründung. Es wurde im Rahmen des Schweizer «Kulturkampfes» geschaffen und sollte als Zufluchtsort für die Mönche von Einsiedeln dienen, falls diese wegen der damaligen politischen Wirren ins Exil getrieben worden wären, schreiben die Benediktiner von Subiaco auf ihrer Homepage.

Die Französische Revolution führte dazu, dass die Benediktinerklöster in der Schweiz aufgelöst wurden. Ein Teil von ihnen wurde aufgrund eines Dekrets von Napoleon wieder eröffnet. Das Kloster in St. Gallen blieb jedoch zu.

In der Folge weiterer politischer Auseinandersetzungen – 1847 trafen die katholischen und liberalen Kantone im «Sonderbundskrieg» aufeinander – wurden einige Jahrzehnte später die Klöster Pfäfers (1838), Muri (1841), Fischingen (1848) and Rheinau (1863) aufgehoben.

In dieser heiklen Epoche gründeten Einsiedeln und Engelberg in Übersee mehrere Klöster, die noch heute bestehen. Dazu gehören die Benediktinerabteien «Conception» in Missouri (1873), «Mount Angel» in Oregon (1882), St. Meinrad (1854) in Indiana und Subiaco (1878) in Arkansas. (gs)