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Kirche in Chile muss tief in die Brieftasche greifen

Santiago, 22.10.18 (kath.ch) Das Erzbistum in Santiago de Chile muss offenbar umgerechnet rund 575’0000 Euro Schadenersatz bezahlen: Laut lokalen Medienberichten ist dieses Urteil in Zusammenhang mit dem Missbrauchsskandal um den inzwischen in den Laienstand versetzten katholischen Priester Fernando Karadima gefallen.

Das Urteil ist noch nicht öffentlich bestätigt. Trotzdem sprach Missbrauchsopfer Juan Carlos Cruz von einem historischen Urteil, welches «die Kardinäle Errazuriz, Ezzati und ihre Bande von Bischöfen als das zeigt, was sie sind: eine Gruppe von Kriminellen.» Die 450 Millionen Peso Schadenersatz sind laut der Tageszeitung «La Tercera» die bislang höchste Schadenersatzsumme, die Opfern von Missbrauchsfällen in dem südamerikanischen Land zugesprochen wurde.

Dutzende Priester und Bischöfe darin verwickelt

Der als charismatisch geltende Karadima steht im Mittelpunkt einer grossen Missbrauchskrise in der chilenischen Kirche. 2011 wurde er wegen sexueller Vergehen verurteilt. Aus seinem Kreis gingen mehrere Bischöfe hervor, darunter auch Juan Barros (62) von Osorno, der von Opfern Karadimas der Mitwisserschaft beschuldigt wird. Nach Angaben der chilenischen Staatsanwaltschaft gibt es derzeit mehr als 100 offene Missbrauchsfälle in den Reihen der katholischen Kirche. Dutzende Priester, auch Bischöfe sollen darin verwickelt sein.

«Das Übel an den Wurzeln packen.»

Papst Franziskus hatte Karadima (88) Ende September in den Laienstand versetzt. Es sei notwendig gewesen, «das Übel an der Wurzel zu packen», sagte Vatikansprecher Greg Burke damals. «Karadimas schwerwiegende Straftaten haben in Chile einen aussergewöhnlichen Schaden verursacht.» (kna)

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