Rafik Schami mit Preis der Stiftung Bibel und Kultur geehrt

Stuttgart, 4.6.15 (kath.ch) Rafik Schami (68), syrisch-deutscher Schriftsteller, hat am Donnerstag, 4. Juni, den Preis der ökumenischen Stiftung Bibel und Kultur erhalten. Ausgezeichnet wurde er für sein Werben um Verständnis zwischen verschiedenen Kulturen. Den mit 10’000 Euro (10’600 Franken) verbundenen Preis überreichte ihm bei einer Veranstaltung im Rahmen des Deutschen Evangelischen Kirchentages (DEKT) die Stiftungsvorsitzende, die deutsche Vatikan-Botschafterin Annette Schavan.

Der österreichische Autor Michael Köhlmeier würdigte Schami in seiner Laudatio als bedeutenden Künstler und «magischen Erzähler». Ihm gelinge es, «den Widerspruch von Wirklichem und Möglichem nicht aufzulösen, sondern daraus Funken zu schlagen».

Aaramäischer Christ aus Syrien

Schami wurde in Damaskus geboren, seine Familie gehört zur Minderheit der aramäischen Christen. 1970 musste er aus seiner Heimat fliehen und kam 1971 nach Deutschland. Der Autor publizierte zunächst in arabischer und seit 1977 auch in deutscher Sprache. Heute gehört er zu den wichtigsten Gegenwartsautoren im deutschsprachigen Raum. Als eines seiner wichtigsten Werke gilt das 2004 erschienene Buch «Die dunkle Seite der Liebe». Zuletzt erschien sein Kinderbuch «Wie sehe ich aus? fragte Gott». Seit Jahren setzt sich der vielfach ausgezeichnete Schriftsteller auch für eine Verständigung zwischen Palästinensern und Israelis ein.

Die 1987 gegründete Stiftung Bibel und Kultur will die Bedeutung der Heiligen Schrift im Kultur- und Geistesleben stärken. Die Stiftung vergibt einen Stiftungspreis, einen Förderpreis, spricht Ehrungen aus und veranstaltet Schülerwettbewerbe. Die Bibel hat nach Überzeugung der Stiftung über Jahrhunderte die Fundamente für Demokratie, Menschenrechte und den Schutz Schwacher gelegt. Die biblischen Texte geben demnach Orientierung und entfalten «den grossen Reichtum an Erfahrungen des Menschen mit Gott». (kna)

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