Priesterseminar St. Beat in Luzern an neuen Standorten

Solothurn, 31.8.12 (Kipa) Das Priesterseminar St. Beat in Luzern wird im nächsten Sommer am angestammten Ort aufgegeben und neu dezentral je nach Bedarf mit mehreren Wohngemeinschaften in Luzern geführt. Das teilt das Bistum Basel in einem Communiqué mit. Das Seminar ist seit längerem unterbelegt und damit zu teuer.

Von den rund 80 Zimmern seien momentan nur drei von Priesteramtskandidaten und elf von Theologiestudierenden bewohnt, so das Bistum. Nach 40 Jahren entspreche die Grösse des Seminars nicht mehr dem heutigen Bedarf. Eine Umfrage unter den Theologiestudierenden hat gemäss dem Communiqué ergeben, dass die heutige Generation nicht mehr in einem Seminar wohnen will. «Ein Haus, das nicht mit Leben gefüllt ist, kann auf Dauer weder atmosphärisch noch ökonomisch verantwortet werden», so der Regens Thomas Ruckstuhl gemäss dem Bistum.

«Ein Schritt nach vorne»

Mit seinem Entscheid zur Zukunft des diözesanen Priesterseminars wolle Bischof Felix auch ein Signal geben, dass man mutig die veränderte Situationen für neue Aufbrüche nutzen könne. «Es ist ein Schritt nach vorne, mit einer angepassten Infrastruktur, aber vor allem mit Gottvertrauen», heisst es.

Bischof Felix Gmür wolle das Priesterseminar des Bistums Basel weiterhin in Luzern führen, weil hier mit der eigenen Theologischen Fakultät ein sehr wichtiger Ausbildungsort gepflegt werde. Ab Sommer 2013 wird das Chorherrenhaus an der Adligenswilerstrasse 13 zum ersten neuen Standort des Priesterseminars des Bistums Basel. Der Stiftsbezirk mit der Hofkirche bleibe ein kirchliches Zentrum in Luzern und bilde eine ideale Umgebung für ein Priesterseminar. Neben den allgemeinen Räumen würden sicher sechs Zimmer für Priesteramtskandidaten und Theologiestudenten angeboten, die bereit sind, das Leben der Seminargemeinschaft mitzutragen.

Weiterhin «St. Beat»

Das neue Seminar werde mehr den Charakter einer Wohngemeinschaft haben. «Die alltäglichen Herausforderungen eines Haushaltes und das intensivere Zusammenleben werden dem Seminar ein neues Gesicht geben, schreibt das Bistum. Der Name «St. Beat» bleibt.

Bis Ende Juni 2013 wird der Seminarbetrieb im bisherigen Gebäude St. Beat wie bisher weitergeführt. Für den Regens und den Spiritual wird ein weiteres Wohnhaus in der Nähe gesucht. Hier wird auch die Infrastruktur für das Ausbildungsteam, Empfangs- und Büroräume, eingerichtet. Die Studienbegleitung als geistlich-spirituelle Formung aller Theologiestudierenden wird wie bisher weitergeführt. Für die Eucharistiefeier am Dienstagabend, das Abendessen und die anschliessenden Gesprächsgruppen werden Lokalitäten bereitstehen.

Für die Angestellten werden Lösungen gesucht

Die Angestellten sowie die Bewohner des jetzigen Priesterseminars wurden über diesen Entscheid informiert. Mit den Betroffenen werden nun individuelle Lösungen erarbeitet. In den kommenden Monaten werde sich zeigen, ob Angestellte für die neue Seminarstruktur übernommen werden können, und ob ein neuer Mieter oder Pächter des Seminargebäudes Angestellte weiterbeschäftigen könne.

Ein Verkauf des Seminargebäudes St. Beat und des Grundstücks stehe zurzeit nicht zur Debatte. «Die Hofkirche, das Chorherrenstift und das Seminargebäude bilden eine kirchliche Einheit, die ich nicht auflösen will», zitiert die Kommunikationsverantwortliche des Bistums den Bischof. «Und natürlich liegt auch mir dieses Haus mit seiner Geschichte am Herzen. Darum suche ich für die weitere Nutzung einen guten Partner.» Im Vordergrund stehen gemäss der Mitteilung soziale Werke oder Institutionen im Bildungsbereich.

Allen Angestellten, den Heiligkreuz-Schwestern von Ingenbohl, den Regenten, Spiritualen und den Ausbildungsteams dankt der Bischof für das grosse Engagement.

Regens Thomas Ruckstuhl begrüsste den Entscheid gemäss Bistum. Er sei «richtig und mutig». «Ich begrüsse es, das Seminargebäude in Grösse und Finanzierbarkeit den heutigen Verhältnissen anzupassen, den Standort Luzern zu stärken und im Hofbezirk zu verbleiben. Die Entscheidung ist aus meiner Warte eine schlüssige Antwort auf die veränderten Lebensbedingungen heutiger Theologiestudierender.»

 

Separat:

Priesterseminar St. Beat

Das Priesterseminar St. Beat wurde 1878 gegründet. Eigentümer ist der Bischof von Basel. 1971 wurde der Neubau St. Beat bezogen. Er bietet 80 Plätze. Die Ausbildungsfelder umfassen Geistliche Begleitung, Persönlichkeitsentwicklung, Glaubensvertiefung, liturgische Ausbildung, soziale Kompetenz, kulturelle Förderung. 2003 konnte das 125-Jahr-Jubiläum gefeiert werden. 2008 wurde die Betriebsführung modernisiert.

(kipa/com/pem)

31. August 2012 | 16:52
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