Franz von Assisi und seine Gefährten, Lateran in Rom | © Georges Scherrer
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Franz von Assisi und seine Gefährten, Lateran in Rom | © Georges Scherrer

Patron der Armen, Blinden, Lahmen

Bonn/Assisi, 4.10.18 (kath.ch) Am Donnerstag feiert die katholische Kirche das Fest des heiligen Franz von Assisi (1181/82–1226). Kaum ein Heiliger hat bis heute eine solche Anerkennung gefunden wie er. Franziskus wird als Patron der Armen, Blinden, Lahmen, Strafgefangenen, Sozialarbeiter und Schiffbrüchigen verehrt; ausserdem dient er als Vermittler zwischen den unterschiedlichen Religionen. Papst Johannes Paul II. erklärte ihn 1980 zudem zum Patron des Umweltschutzes und der Ökologie.

Franziskus’ Gedenktag – der 4. Oktober – wird weltweit ausserdem als Tierschutztag begangen. Sein Lebensthema war die bedingungslose Nachfolge Christi. Arm wollte er es dem armen Christus gleichtun. Nicht nur den Menschen, sondern auch Tieren, Pflanzen und der gesamten Natur wollte er das Evangelium von der Liebe Gottes predigen.

Weg vom ausschweifenden Leben

In seiner Jugend hatte der Sohn eines Kaufmanns ein ausschweifendes Leben geführt. 1206 sagte er sich von seinem Vater und seinem bisherigen Lebensstil los. 1208 vernahm Franziskus in der Kirche San Damiano eine vom Kreuz her zu ihm erschallende Stimme, die ihn mit dem Wortlaut des Matthäusevangeliums aufforderte, in die Welt zu gehen, allem Besitz zu entsagen und Gutes zu tun. Fortan führte er ein mönchisches Büsserleben und zog als Wanderprediger durch das Land.

Leben in Armut

Zwischen 1209 und 1220 gründete er den Orden der Franziskaner, der sich bis heute auf vielen Gebieten für Gerechtigkeit und Frieden einsetzt. Die Angehörigen der Gemeinschaft führen ein Leben in Armut und dürfen laut der von Franziskus verfassten Ordensregel kein Eigentum besitzen. Damit gehören sie zu den kirchlichen Bettelorden.

Klarissen und «Dritter Orden»

Ausser diesem «Ersten Orden» gründete Franziskus zwei weitere: die Klarissen als weiblichen Zweig und den «Dritten Orden» für Laien. Im 16. Jahrhundert entstanden aus Reformen Minoriten und Kapuziner.

Heute 650’000 Mitglieder

Heute umfasst die franziskanische Familie weltweit rund 650’000 Mitglieder in Laienbewegungen, Bruderschaften und klösterlichen Gemeinschaften. Bekannte Franziskaner sind der im KZ Auschwitz ermordete Priester Maximilian Kolbe, der heilige Antonius von Padua und der Scholastiker Johannes Duns Scotus. (kna

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