Papst Pius XII., auf dem Papstthron sitzend, im November 1950 | © KNA-Bild
Vatikan
Papst Pius XII., auf dem Papstthron sitzend, im November 1950 | © KNA-Bild

Papst will Archive zu Pius XII. nächstes Jahr öffentlich machen

Rom, 4.3.19 (kath.ch) Papst Franziskus hat für 2020 die Freigabe der Akten zu Papst Pius XII. (1939-1958) angekündigt. Die Dokumente der vatikanischen Archive sollten am 2. März 2020 zum 81. Jahrestag der Wahl zum Papst Eugenio Pacellis für die Forschung zugänglich gemacht werden, sagte das Kirchenoberhaupt am Montag im Vatikan.

Dies wird von der Forschung seit Jahren verlangt, um Aufschluss über die Haltung von Pius XII. angesichts des Holocausts zu bekommen. Öffentlich zugänglich sind bisher die Archive bis zum Jahr 1939, dem Ende der Amtszeit von Pius XI. (1922-1939).

Franziskus hatte wiederholt seine Bereitschaft bekundet, die Akten für die Forschung freizugeben, sobald deren Katalogisierung abgeschlossen sei. Die Arbeiten dazu laufen auf Wunsch seines Vorgängers, Papst Benedikt XVI. (2005-2013), bereits seit 2006. Wegen des langen Pontifikates von Pius XII. und der Kriegsjahre, sind aus seiner Amtszeit sehr viele Dokumente enthalten.

Dokumentarisches Erbe

Am Montagvormittag empfing Franziskus die Mitarbeiter der Vatikanarchive unter der Leitung von Bischof Sergio Pagano, um den Stand der Arbeiten zu erörtern. «Die Kirche fürchtet die Geschichte nicht, im Gegenteil, sie liebt sie und will sie noch mehr und besser lieben, so wie Gott dies tut! Daher öffne ich mit dem gleichen Vertrauen wie meine Vorgänger dieses dokumentarische Erbe und vertraue es den Forschern an», sagte der Papst.

Das Wirken Pius XII. werde heute «ins richtige Licht» gerückt und seine seelsorglichen, theologischen und diplomatischen Qualitäten gewürdigt, sagte Franziskus. Zudem läuft seit längerem ein Verfahren zur Seligsprechung Pius XII.; 2009 wurde als eine Vorstufe dazu der sogenannte heroische Tugendgrad festgestellt. (cic)

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