Vatikan

Papst verurteilt Waffenhandel und zunehmende Einschüchterungen

Rom, 28.12.18 (kath.ch) In seiner Botschaft zum katholischen Weltfriedenstag am 1. Januar verurteilt Papst Franziskus eine «Eskalation von Einschüchterungen» in der Politik sowie unkontrollierten Waffenhandel. Ebenso unmoralisch seien «politische Diskurse, welche die Migranten aller Übel beschuldigen», schreibt das Kirchenoberhaupt.

Die Botschaft trägt den Titel «Gute Politik steht im Dienst des Friedens». Franziskus betont in seiner Botschaft, Frieden könne sich niemals auf «das blosse Gleichgewicht der Kräfte und der Angst beschränken». Einen anderen zu bedrohen, bedeute, «ihn zum blossen Objekt zu machen und ihm seine Würde abzusprechen». Vielmehr beruhe Frieden auf «der Achtung jedes Menschen, des Gesetzes und des Gemeinwohls einschliesslich der Schöpfung».

Gleichzeitig erinnert Papst Franziskus an den 70. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Zu diesen Rechten gehörten auch Pflichten – der Politik wie jedes einzelnen Menschen. Insofern sei Frieden «das Ergebnis eines grossen politischen Projekts, das auf gegenseitiger Verantwortung und wechselseitiger Abhängigkeit» beruhe, und eine Herausforderung, der sich jeder Mensch «Tag für Tag stellen muss», so der Papst.

Zukunft mitgestalten

Jeder Mensch, besonders auch jeder Christ, sei verpflichtet, sich im Rahmen seiner Möglichkeiten politisch zu engagieren, schreibt Franziskus weiter. Ganz besonders diene gute Politik dem Frieden, wenn sie jungen Menschen die Möglichkeit gebe, die Zukunft mitzugestalten.

Dagegen verurteilt der Papst eine Politik, die nur dem eigenen Machterhalt und den Interessen einzelner Gruppen statt dem Gemeinwohl dient. Scharf kritisiert er politische Laster wie Korruption, Rechtsverweigerung, Gewalt, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit sowie unbegrenzte Ausbeutung natürlicher Ressourcen.

Der Weltfriedenstag der katholischen Kirche wird seit 1968 jährlich am 1. Januar begangen; er geht zurück auf eine Initiative von Papst Paul VI. (1963-1978). Zum Weltfriedenstag veröffentlicht der Papst jeweils vorab eine Weltfriedensbotschaft. (kna)

Papst Franziskus | © Oliver Sittel
28. Dezember 2018 | 11:54
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