Papst ruft Neokatechumenale zu Gehorsam auf

Rom, 17.1.11 (Kipa) Papst Benedikt XVI. hat die geistliche Gemeinschaft des Neokatechumenats zu Gehorsam gegenüber den Ortsbischöfen und zu einer Einbindung in das Pfarreileben aufgerufen.

«Ich ermahne euch, stets die tiefe Gemeinschaft mit den Hirten und allen Instanzen der Ortskirchen und der sehr verschiedenen kirchlichen Umfelder zu suchen, in denen ihr wirkt», sagte Benedikt XVI. am Montag vor Mitgliedern der Gemeinschaft, unter ihnen deren Gründer Francisco Arguello und Carmen Hernandez.

Die brüderliche Gemeinschaft unter den Anhängern Jesu sei das erste und grösste Zeugnis für den Glauben, hob der Papst hervor. In der Vergangenheit hatte es immer wieder und in mehreren Ländern Spannungen zwischen den Ortsbischöfen und der Bewegung gegeben, die eine Reihe von Priesterseminaren unterhält.

Besonderes Geschenk des Heiligen Geistes

Die Kirche habe den «Neokatechumenalen Weg» offiziell anerkannt und als besonderes Geschenk des Heiligen Geistes bestätigt, sagte der Papst in seiner Ansprache. Er verwies dabei auf die im Jahr 2008 vom Vatikan gebilligten Statuten der geistlichen Gemeinschaft. Ein weiterer «bedeutender Schritt» sei die in diesen Tagen erfolgende Bestätigung des «katechetischen Direktoriums» des Neokatechumenalen Weges.

Mit diesen «kirchlichen Siegeln» solle die geistliche Gemeinschaft in «Gehorsam gegenüber dem Heiligen Stuhl und den Hirten der Kirche» mit neuem Schwung und Eifer ihren originären Beitrag zu einer Neuevangelisierung leisten, sagte Benedikt XVI. Er freue sich, dass er mehr als 200 neue Familien der Gemeinschaft in alle fünf Kontinente zur Glaubensverkündigung aussenden könne.

Wiederholt Konflikte mit Ortskirchen

Der «Neokatechumenale Weg» entstand 1964 in Madrid aus den geistlichen Unterweisungen des spanischen Kunstmalers Francisco «Kiko» Arguello unter den Armen von Madrid. Nach der päpstlichen Anerkennung im Jahr 1990 zog sich die endgültige Bestätigung der Statuten nach einer Probephase bis ins Jahr 2008 hin. Die starke Gruppenbindung sowie das Eigenleben der jeweiligen Gemeinschaften führten auch im deutschsprachigen Raum wiederholt zu Konflikten mit den Ortskirchen. Das Neokatechumenat ist mit über 20.000 Gemeinschaften in mehr als 100 Ländern auf allen fünf Kontinenten vertreten.

(kipa/r/job)

17. Januar 2011 | 14:30
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