Vatikan

Papst macht sich für Kinderschutz im Internet stark

Rom, 6.10.17 (kath.ch) Die Kirche ist aufgrund ihrer eigenen Vergangenheit mit Kindesmissbrauch nach den Worten von Papst Franziskus «besonders verpflichtet, sich energisch und vorausschauend für den Schutz Minderjähriger einzusetzen». Die Kirche habe Fehler gemacht, aber auch viel gelernt, sagte Franziskus zum Abschluss eines internationalen Kinderschutz-Kongresses am Freitag in Rom. Den teilnehmenden Experten versicherte er, die Kirche sei entschlossen und bereit, beim Kampf für mehr Kinderschutz zu helfen.

Der Kongress «Child Dignity in the Digital World» hatte vier Tage lang in Rom an der päpstlichen Universität Gregoriana beraten. Am Freitag verabschiedete er eine Erklärung, die zu einem international koordinierten Kampf gegen Kindesmissbrauch und Ausbeutung im Internet aufruft. «Die weltweite Gemeinschaft verrät ihre Kinder», heisst es in der Erklärung. Millionen Kinder würden auf unsägliche Weise missbraucht und ausgebeutet. Nur langsam werde etwa der langfristig grosse, schädliche Einfluss von Pornografie deutlich.

Gemäss der Erklärung sollten alle Verantwortlichen – Regierungen, Gesetzgeber, Privatindustrie und Religionsgemeinschaften – sich dafür einsetzen, dass Kinder und Jugendliche keinen Zugang zu Internetinhalten haben, die Erwachsenen vorbehalten sind.

Wirkung von Pornografie nicht unterschätzen

Auch der Papst sagte, der Schaden, den Pornografie bei Kindern, Jugendlichen und auch Erwachsenen, dürfe nicht unterschätzt werden. Erst in jüngster Zeit hätten Psychiatrie und Psychologie gezeigt, wie gross der Einfluss gewaltsamer und pornografischer Bilder auf Heranwachsende sei. Die Verbreitung immer drastischerer Darstellungen beeinflusse auch das gesellschaftliche Verständnis von Liebe und Beziehungen überhaupt.

Es reiche auch nicht, allein auf immer bessere technische Filter zu setzen. Technische Entwicklungen bedürften stets einer ethischen Begleitung. Ferner warnte der Papst vor der Vorstellung, das Internet sei ein Bereich unbegrenzter Freiheit. Gesetzgeber und Strafverfolgungsbehörden müssten auch dort das Gemeinwohl und die Schwachen schützen. Missbrauch und Gewalt hätten nichts mit der Ausübung von Freiheit zu tun, sondern seien kriminelle Handlungen. (cic)

Angst | © pixabay.com ninocare CC0
6. Oktober 2017 | 16:04
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