Vatikan

Papst kritisiert Bereicherung von Priestern und Bischöfen

Rom, 6.11.15 (kath.ch) Papst Franziskus hat Priester und Bischöfe kritisiert, die sich an der Kirche finanziell bereichern. «Auch in der Kirche gibt es solche Menschen, die sich an der Kirche bedienen, statt an die anderen zu denken», sagte er am Freitag, 6. November, in seiner Morgenmesse im Vatikan.

Es handele sich um «Emporkömmlinge, die am Geld hängen». Wörtlich fuhr er fordert: «Wie viele Priester und Bischöfe dieser Art haben wir schon gesehen? Das ist traurig, nicht?» Eine Kirche, so der Papst weiter, die «lauwarm» sei, verschlossen bleibe und Geschäfte mache, sei eine Kirche, «die sich bei anderen bedient».

Der Sender «Radio Vatikan» stellte einen Zusammenhang mit zwei am Donnerstag erschienenen Enthüllungsbüchern her. Sie dokumentieren anhand von vertraulichen Dokumenten einen oft fragwürdigen Umgang mit Geld im Vatikan in den vergangenen Jahren. Demnach soll der frühere Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone 200.000 Euro von der Stiftung der vatikanischen Kinderklinik «Bambino Gesu» für die Renovierung seiner Wohnung erhalten haben. Bertone wies die Darstellung zurück.

Weiter sagte der Papst in seiner Predigt in der Kapelle des Gästehauses Santa Marta, manche Priester und Bischöfe führten ein Doppelleben und stellten sich als Diener dar; in Wirklichkeit liessen sie sich jedoch bedienen. Wirkliche Diener seien hingegen etwa ein Missionar, der seit Jahrzehnten im Amazonasgebiet tätig sei, eine Ordensfrau, die in einem Krankenhaus in Afrika arbeite oder Behinderte betreue. (cic)

Euro-Münzen des Vatikans | © Andrea Guerra
6. November 2015 | 17:19
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