Papst Franziskus | © screenshot Radio Vatikan
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Papst Franziskus | © screenshot Radio Vatikan

Papst gedenkt der ermordeten Kopten in Ägypten

Rom, 31.12.17 (kath.ch) Papst Franziskus hat seine Verbundenheit mit den Opfern des jüngsten Anschlags auf koptische Christen in Ägypten bekundet. Bei seinem Mittagsgebet auf dem Petersplatz am Sonntag gedachte er der Toten und Verletzten sowie deren Familien. Gott möge «die Herzen der Gewalttätigen bekehren», sagte der Papst.

Bei dem Attentat auf ein koptisches Geschäft und eine Kirche in Helwan südlich der Hauptstadt Kairo waren am Freitag acht Christen und ein muslimischer Polizist getötet worden. Die Terrormiliz «Islamischer Staat» reklamierte die Tat für sich.

Der Schweizer Kurienkardinal Kurt Koch verurteilte das Attentat. Dies schreibt die italienische Tagesausgabe der Vatikanzeitung «L’Osservatore Romano» am Sonntag. Aus Sicht des vatikanischen Ökumeneministers können die Christen viel von ihren Glaubensbrüdern in Ägypten lernen. Das Zeichen, das die Christen der Welt geben könnten, seien ein starker Glaube und ein Leben, das im Geheimnis Christi gelebt werde, heisst es in der Zeitung weiter. Koch wies zudem auf die Freundschaft zwischen Papst Franziskus und dem koptischen Papst Tawadros II. hin.

Grossimam ermuntert Muslime zur Solidarität mit Kopten

Dieser sprache den Opfern sei Beileid aus. Auch der Grossimam der Al-Azhar-Universität, Ahmed al-Tayyeb, verurteilte die Tat und betonte laut Medienberichten, derartige Angriffe zielten darauf ab, die Einheit des Landes zu zerstören. Er forderte die Muslime in Ägypten auf, gemeinsam mit den Kopten Weihnachten zu feiern. Das koptische Weihnachtsfest fällt wie in Teilen der orthodoxen Kirche auf den 7. Januar. Auch Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi sowie Politiker weltweit verurteilten die Tat.

Nicht der erste Anschlag dieses Jahr

Mit einem Bevölkerungsanteil von schätzungsweise zehn Prozent bilden die Kopten die grösste religiöse Minderheit im muslimisch geprägten Ägypten. Nach dem Sturz von Ägyptens Machthaber Hosni Mubarak 2011 wurde die Lage für Christen unter dem Erstarken islamistischer Kreise prekärer.

Im zurückliegenden Jahr kamen bei Angriffen auf die koptische Kathedrale in Alexandria, eine Kirche in Tanta und einen Pilgerbus Dutzende Christen ums Leben. Im November wurde auch eine Sufi-Moschee im Nordsinai das Ziel islamistischer Attentäter. Bei dem Anschlag starben mehr als 300 Menschen. (cic/kna/bal)

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