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Papst Franziskus und Bartholomäus würdigen das Basler Taizé-Treffen

Rathaus Basel | © Georges Scherrer

Basel, 15.12.17 (kath.ch) Papst Franziskus hat zum anstehenden Europäischen Taizé-Jugendtreffen in Basel eine Botschaft verfasst. Darin verweist er auf das zu Ende gehende Jubiläumsjahr des 500. Jahrestages der Reformation. Er ermutigt die Jugendlichen, die von 28. Dezember bis 1. Januar in Basel sein werden, die frohe Gemeinschaft sichtbar zu machen, “die aus der Quelle des überströmenden Herzens des Herrn entspringt”. Das schreiben die Organisatoren des Treffens in einer Mitteilung.

Der Papst bittet den Heiligen Geist, den evangelischen, katholischen und orthodoxen Jugendlichen zu helfen, “dass ihr euch an der Verschiedenheit der von Christus all seinen Jüngern geschenkten Gaben freut und euch durch sie bereichern lässt, um damit zu zeigen, dass die Freude des Evangeliums uns über alle Wunden unserer Trennungen hinweg vereint”.

Geistlichen Ökumene

Auch der ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomäus, würdigt das Treffen. Er zeigt sich erfreut, dass die europäische und christliche Jugend jedes Jahr einige Tage lang “die Erfahrung einer – wenn auch unvollkommenen – Gemeinschaft macht, nach der wir uns sehnen”.

Der Patriarch bezeichnet Taizé als einen Ort der geistlichen Ökumene und “Schmelztiegel der Versöhnung”. An diesem Ort würden nach der beeindruckenden Vision von Frère Roger, seinem Gründer, Christen zueinander finden.

Oekolampad und Konzil

Für die Brüder von Taizé ist es sehr bedeutsam, mit dem Treffen das Jahr 2017 in einer Stadt zu beenden, die so stark von der Reformation geprägt worden sei. Wer in der Region Basel lebe, sei es zudem gewohnt, Landesgrenzen zu überschreiten.

Mit dem Reformator Johannes Oekolampad sei die Stadt am Rheinknie ein Zentrum der Reformation gewesen, so die Organisatoren des Taizé-Treffen. Sie erinnern aber auch an das Konzil, das von 1431 bis 1449 in Basel stattfand.

Treffen streicht das Verbindende heraus

Der Kirchenratspräsident der Evangelisch-reformierten Kirche der Stadt Basel, Lukas Kundert, bezeichnet es als “besonders bedeutungsvolles Zeichen, das Reformationsjahr mit einem ökumenischen Treffen beenden zu können, das besonders das Verbindende und nicht das uns Trennende hervorhebt“. Er sieht das europäische Jugendtreffen als eine Chance, “gemeinsam über die Rolle des Christentums und der Kirchen in unserer Region nachzudenken”, wie es in der von Taizé verbreiteten Botschaft heisst.

Auch der Dekan der katholischen Kirche von Basel, Stefan Kemmler, wird darin zitiert. Er vermeldet, dass sich die Kirchen und Gemeinden des Grossraums Basel darauf freuen, sich mit Christen verschiedener Herkunft auszutauschen und für den Anlass über die Ländergrenzen hinweg zusammen zu arbeiten.

Gastfamilien gesucht

Vor den Medien betonten die Organisatoren in Basel, dass es nach wie vor zu den grossen Herausforderungen gehöre, die Menschen in der Region zu überzeugen, ihre Türen für die Teilnehmenden zu öffnen. Das Vorbereitungsteam geht davon aus, dass es gelingen werde, alle Pilger bei Gastgebenden in der Region und nicht in Schulen oder Sporthallen unterzubringen. Familien, Privatpersonen und Wohngemeinschaften finden online Informationen darüber, wie sie vorgehen müssen, wenn sie Jugendlichen Gastrecht geben wollen, welche am Taizé-Treffen teilnehmen. (gs)

Bis zu 100’000 Personen sind im Basler Taizé-Treffen direkt involviert