Papst fordert amerikanische Staaten zum Kampf gegen Armut auf

Rom, 11.4.15 (kath.ch) Papst Franziskus hat die Staats- und Regierungschefs Amerikas zum Kampf gegen die krassen sozialen Gegensätze auf dem Kontinent aufgerufen. «Es genügt nicht, darauf zu hoffen, dass die Armen die Krümmel aufsammeln, die vom Tisch der Reichen fallen», heisst es in einer Botschaft des Papstes an die Teilnehmer des siebten Amerika-Gipfels in Panama-Stadt, die der Vatikan am Samstag veröffentlichte.

Nötig seien vielmehr konkrete Massnahmen zugunsten der besonders Benachteiligten, so der Papst. Diese müssten für die Regierenden Priorität haben.

Zu dem von der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) ausgerichteten Amerika-Gipfel in Panama waren die Staats- und Regierungschefs aller 35 Länder der Region eingeladen. Erstmals nahm auch Kuba an einem solchen Treffen teil. Der zweitägige Gipfel endete am Samstag.

Kritik an inneramerikanischer Flüchtlingspolitik

Zugleich kritisiert Franziskus in dem an Panamas Präsident Juan Carlos Varela Rodriguez adressierten Schreiben eine mangelnde Zusammenarbeit der amerikanischen Staaten in der Flüchtlingspolitik. Sie führe dazu, dass viele Flüchtlinge dauerhaft in der Illegalität lebten und so leichte Beute für Menschenhändler und Ausbeuter würden. Der Papst prangert zudem eine Diskriminierung der indigenen Bevölkerung an. Es gebe bisweilen «skandalöse Unterschiede» zwischen der indigenen Bevölkerung, die in ländlichen Regionen oder am Rand der Grossstädte lebe, und den übrigen Bürgern.

Weiter heisst es in der Botschaft, niemand dürfe von lebensnotwendigen Gütern wie Land, Arbeit, einem Dach über dem Kopf, Gesundheitsfürsorge und Sicherheit ausgeschlossen sein. Zwar hätten viele Länder in den vergangenen Jahren einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebt, so Franziskus weiter. Grosse Teile der Bevölkerung hätten von dieser Entwicklung jedoch nicht profitiert, kritisiert der Papst. (cic)

 

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