Auferstehung Jesu. Bild auf einer orthodoxen Kirche | © pixabay DEZALB CC0
Schweiz
Auferstehung Jesu. Bild auf einer orthodoxen Kirche | © pixabay DEZALB CC0

Papst ermutigt Westschweizer zu globaler Jahrtausend-Feier der Auferstehung Jesu

Lausanne, 13.3.18 (kath.ch) Wird die Christenheit im Jahr 2033 gemeinsam die Auferstehung Christi feiern? Diese Frage stellt sich dem Schweizer Olivier Fleury. Er reist durch die Welt und wirbt für seine Idee. An vielen Orten stösst er auf offene Ohren, etwa bei Papst Franziskus. Auch der Koran spricht von Jesus.

Georges Scherrer

Olivier Fleury ist Gründer und Direktor des Vereins «Jesus Celebration 2033». Fleurys Vision ist, dass in 15 Jahren alle christlichen Kirchen gemeinsam das 2000-Jahr-Jubiläum der Auferstehung Christi feiern. Die Idee für diesen Anlass kam ihm im Jahr 2007. Damals besuchte er im australischen Sydney Bibelkurse im Internationalen Campus von Christian City Church (C3) , einer kirchlichen Bewegung, der er angehört.

Er befand sich in einer Kapelle. In einer dreistündigen Vision, während der er mit Gott gewesen sei, kam ihm die Idee. «Während drei Jahren getraute ich mich nicht, darüber zu reden», erklärt Fleury gegenüber kath.ch. Nur gegenüber seiner nächsten Umgebung äusserte er sich über seine Idee. «Für mich stellte sich die Frage: Ist die Idee bizarr oder hat Gott zu mir gesprochen?»

Papst Franziskus lobte das schöne Projekt.

Als junger Mann, der katholisch getauft ist, wechselte er im Alter von 15 Jahren zu einer evangelikalen Kirche mit dem Namen «Jeunesse en mission» in Lausanne. Diese existiert in der Deutschschweiz unter der Bezeichnung «Jugend mit einer Mission» .

«Wie ein Sechser im Lotto»

Heute ist Fleury 47 Jahre alt. Die Realisierung seiner Idee hat sein Leben auf den Kopf gestellt. «Ich konnte keiner anderen Arbeit nachgehen. Ich musste den Weg gehen, den mir meine Vision vorgab. Es war, wie wenn ich den Sechser im Lotto gewonnen hätte.»

Um seine Idee über den «ganzen Planeten» bekannt zu machen, brauche es «Finanzen und Verbündete», sagt Fleury. Der Verein, den Fleury gründete, finanziert sich durch Spenden Privater und Beiträge zweier Stiftungen.

Er selber bereist nun die ganze Welt. Die Idee konnte er bereits Papst Franziskus und dem Präsidenten des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Kardinal Kurt Koch, vortragen. Mit dem Kardinal ist Fleury bereits drei Mal zusammengetroffen.

Delegation bei Kurt Koch

Olivier Fleury (2. v.l.) mit seiner Delegation bei Kardinal Koch (4. v.l.) | © zVg
Bei der ersten Begegnung mit Kardinal Koch wurde er unter anderem vom Verantwortlichen für den ökumenischen Dialog in der reformierten Kirche Waadt, Martin Hoegger, begleitet, wie Fleury in seinem Buch «Jesus Celebration 2033» schreibt, das auch auf Deutsch erschienen ist. Kardinal Koch bestätigte auf Anfrage, dass Fleury Kontakt mit ihm hat.

Heute hält Olivier Fleury auf Wunsch des Kardinals den Kontakt zu Weihbischof Denis Theurillat aufrecht. Auf Initiative des Weihbischofs wird Fleury seine Idee noch diesen Monat dem Präsidium der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK-CH) vorstellen.

Unterwegs für 2033

Fleury konnte seine Vision für das Jahr 2033 bereits einer ganzen Reihe von Persönlichkeiten vorbringen. Im Buch schildert er etwa die Begegnung mit Papst Franziskus. Dieser habe ihm dafür gedankt, dass er das «schöne Projekt» umsetze. Im Roman «Unterwegs für 2033», der auf französisch erschienen ist, verarbeitet Fleury zudem seine bisherigen Erfahrungen mit dem Projekt.

Auf lokaler Basis weltweit verbunden

Für Fleury, der in der Region Lausanne wohnt, ist es wichtig, dass seine Idee auf den verschiedenen Kontinenten ihre eigene Ausprägung erhält. Ihm schwebt nicht eine übergeordnete Organisation vor, die bestimmt, wie das Jubiläum weltweit gefeiert werden soll. Die Feiern sollten lokal geprägt sein.

Die allermeisten Leute, denen Fleury begegnet, zeigen sich begeistert vom Vorschlag. Nur das «Wie», wie die Feier gestaltet werden soll, führt zu Fragen. Es bleiben 15 Jahre, um das Ereignis zu planen. Aber diese Zeit vergehe schnell. Fleury wünscht sich, dass die verschiedenen Projekte, die realisiert werden können, die fünf Grundelemente «Gebet, Liebe, Zeugnis geben, Feiern und Einheit» umsetzen.

Die Christenheit soll ein Zeichen setzen.

Für die Schweiz schwebt Fleury vor, dass die christlichen Gemeinschaften, Landeskirchen und Freikirchen, «alle, die an die Auferstehung glauben», in den Städten gemeinsame Feiern auf die Beine stellen. Auch in den Dörfern sollen die Christen «gemeinsam Zeugnis geben». Das gemeinsame Bekenntnis an Ostern 2033 soll der Welt zeigen, «dass Jesus gekommen, gestorben und auferstanden ist».

Gemeinsamer Ostertermin?

«Das Evangelium ist vielfältig und für alle Menschen. Wenn jemand an Ostern 2033 ein Stadion füllen will, um gemeinsam Zeugnis für die Auferstehung zu geben, ist das gut», sagt Fleury. An dem Tag könnten die Feiern weltweit über die Zeitzonen hinweg verbunden werden. Der Ostertag wäre der geeignete Zeitpunkt.

Damit verbindet sich aber die Schwierigkeit, dass die verschiedenen christlichen Kirchen aufgrund einer Kalender-Verschiebung  Ostern nicht am selben Wochenende feiern. «Es wäre wunderbar, wenn wir im Jahr 2033 einen gemeinsamen Ostertermin hätten», meint Fleury.

Nach Deutschland und Österreich hat er seine Idee auch schon getragen. Wiens Kardinal Christoph Schönborn hatte ein offenes Ohr. Zu Mitgliedern der deutschen Bischofskonferenz wurden erste Kontakte geknüpft, etwa zum Bischof von Augsburg. Die Fokolar-Bewegung zeige sich sehr angetan von der Idee einer gemeinsamen Feier, so Fleury.

Jesus im Koran

Olivier Fleury (rechts) bei einer Begegnung mit Vertretern der armenischen Kirche | © zVg
Eine ganz besondere Herausforderung hat die Bedeutung, die der Koran Jesus gibt. Er wird im heiligen Buch des Islam mehrfach erwähnt. «Ich glaube, dass viele Muslime eine Wertschätzung für Jesus haben», sagt Fleury. Viele Muslime interessierten sich für ihn. Juden und Muslime zeigten sich besonders über einen Aspekt Jesu erstaunt. «Aufgrund der Botschaft Jesu können die Christen vergeben.» Muslime und Juden würden diese Botschaft nicht kennen.

«Im Libanon erklärte man mir, man hoffe, dass die Muslime in die 2000-Jahr-Feier der Auferstehung Christi einbezogen werden können. Sie sollen öffentlich darüber reden, wie sie Jesus sehen.» Die Tür stehe für die anderen Religionsgemeinschaften offen, sagt Fleury zum Abschluss des Gesprächs.

Ostern 2033 im Video:

Olivier Fleury | © Georges Scherrer
Olivier Fleury | © Georges Scherrer
Olivier Fleury bei Papst Franziskus  | © zVg
Olivier Fleury bei Papst Franziskus | © zVg
News ›
Medienspiegel ›
Katholisches Medienzentrum