Päpstliche Kinderschutzkommission: Kein Kommentar zu Pell

Rom, 3.6.15 (Kath.ch) Die Päpstliche Kinderschutzkommission will sich zu den Vorwürfen gegen den australischen Kardinal George Pell nicht äussern. «Wie es das Mandat des Heiligen Vaters vorschreibt, hat unsere Kommission nicht die juristische Grundlage, um über Einzelfälle oder spezifische Untersuchungen zu kommentieren», hiess es am Mittwoch, 3. Juni, in einer Erklärung des Gremiums.

Es reagierte damit auf Angriffe von Kommissionsmitglied Peter Saunders, der frühere Erzbischof von Melbourne und von Sydney habe Fälle von sexuellem Missbrauch vertuscht und sei den Opfern gegenüber gleichgültig geblieben. Der Brite Saunders wurde selbst von einem Priester missbraucht und gründete später eine Selbsthilfeorganisation.

Der Vatikan nahm den Kardinal am Montag in Schutz. Vatikansprecher Federico Lombardi sagte ausserdem, es handle sich um Saunders` Privatmeinung. Die Kinderschutzkommission habe nicht die Kompetenz, rechtliche Einzelfälle zu beurteilen. Die im März 2014 von Franziskus ins Leben gerufene Kommission hat 17 Mitglieder. Sie soll den Papst beim Kampf gegen sexuellen Missbrauch im kirchlichen Bereich beraten.

Pell, der 2014 als Leiter des neuen Wirtschaftssekretariats an die römische Kurie wechselte, soll demnächst vor einer australischen Missbrauchskommission aussagen. Konkret geht es dabei um den Vorwurf, er habe einst der Familie eines Missbrauchsopfers Schweigegeld angeboten, um einen übergriffigen Priester vor der Anklage zu bewahren. (cic)

3. Juni 2015 | 16:31
Teilen Sie diesen Artikel!