Ökumenische Kampagne 2015 | © Fastenopfer zVg
Schweiz
Ökumenische Kampagne 2015 | © Fastenopfer zVg

Ökumenische Kampagne 2015: Thema Fleischkonsum soll nachhallen

Luzern/Bern, 6.4.15 (kath.ch) Die Ökumenische Kampagne 2015 ging am Ostersonntag gemäss der verantwortlichen Hilfswerke Fastenopfer, Brot für alle und Partner sein erfolgreich zu Ende. Dies teilen die Werke am Montag, 6. April, mit. Sie sind zufrieden mit dem Echo, das die Kampagne auslöste. Das Resultat der Geldsammelaktion wird zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.

Die Kampagne zeigte die Auswirkungen von hohem Fleischkonsum und industrieller Landwirtschaft auf das Klima auf. Das kontroverse Thema sei rege diskutiert oder mit Klimamenüs und Fastengruppen praktisch angegangen worden, heisst es in der Mitteilung der Hilfswerke.

Die industrielle Nahrungsmittelproduktion belaste das Klima mehr als Mobilität und Transporte. Die Viehzucht mit Hochleistungstieren habe ganz besonders negative Folgen. Anhand des Pouletfleischs zeigten die drei Werke in der Ökumenischen Kampagne «Weniger für uns. genug für alle.» die Zusammenhänge von Überkonsum, Klima und Hunger exemplarisch auf.

Lob und Tadel

Unterstützung erhielten die Werke vom Schweizer Bauernverband: «Wir finden es gut, dass sie die Konsumenten anregen, den Nahrungsmittelverbrauch kritisch zu betrachten», sagte Präsident Markus Ritter gegenüber der NZZ am Sonntag. Kritisiert wurde die Kampagne hingegen vom Geflügelzüchter-Verband und vom Schweizer Fleisch-Fachverband (SFF). SFF-Direktor Ruedi Hadorn, bedauerte, wie er gegenüber kath.ch erklärte, dass die Hilfswerke «erneut das Thema des Fleischkonsums einseitig» aufgreifen.

Der Direktor von Fastenopfer, Patrick Renz, ist überzeugt, dass das Thema weniger Fleischkonsum und mehr Sorgfalt bei Futtermittelanbau und Tierhaltung auf dem Tisch bleibt. «Wir müssen unser Konsumverhalten ändern, damit die Menschen im Süden weniger unter den Auswirkungen des Klimawandels leiden», erklärte er gegenüber kath.ch.

Mehr Fastengruppen

Das gemeinsame Fasten in der Fastenzeit gewinnt etwas an Boden: In der Deutschschweiz stieg die Zahl der Fastengruppen von 8 auf 38. In der Westschweiz, wo das Angebot eine längere Tradition geniesst, trafen sich 51 Gruppen.

Die Ökumenische Kampagne 2015 soll auch über Ostern hinaus wirken. Fastenopfer, Brot für alle und Partner sein sammelten einen wesentlichen Anteil der rund 70.000 Unterschriften für die Klima-Petition. Diese fordert die Schweizer Regierung zu verstärkten Massnahmen für den Klimaschutz auf. Besonders soll sie sich an der Klimakonferenz Ende Jahr in Paris für eine gerechte Finanzierung der Kosten für die Anpassung an den Klimawandel einsetzen.

Die Ökumenische Kampagne

Brot für alle (reformiert) und Fastenopfer (katholisch) führen seit 1969 jährlich eine Ökumenische Kampagne in der Fasten- oder Passionszeit durch. Seit 1994 beteiligt sich auch Partner sein, das Hilfswerk der christkatholischen Landeskirche. Die Ökumenische Kampagne hat zum Ziel, die breite Öffentlichkeit für die Ungerechtigkeiten zu sensibilisieren, die weltweit zu über 800 Millionen Menschen in Hunger und Armut führen.

Diese Realität zu erkennen, genüge jedoch nicht, erklären die Hilfswerke. Deshalb zeigen sie Handlungsmöglichkeiten auf: Das eigene Konsumverhalten zu verändern, Menschen in Südprojekten mit einer Spende zu unterstützen oder sich an einer Aktion zu beteiligen. (gs)

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