Schweiz

NZZ-Redaktorin mit katholischem Medienpreis ausgezeichnet

Freiburg i.Ü, 11.3.16 (kath.ch) Die NZZ-Redaktorin Marie-Astrid Langer wurde mit dem «Nationalen Medienpreis 2016» des Schweizerischen Vereins Katholischer Journalistinnen und Journalisten (SVKJ) ausgezeichnet. Dieser ging auch an ein französischsprachiges Radio im Jura. An der Generalversammlung des SVKJ in Freiburg war die neue Vereinbarung zwischen dem Westschweizer Fernsehen und katholischen Medien Thema. Die Konferenz der Westschweizer Ordinariate stellte sich hinter die katholischen Medienleute, gab diese am Donnerstag, 10. März, bekannt.

Marie-Astrid Langer wurde für ihre Reportage «Amerika sperrt seine Kinder weg” ausgezeichnet. Die Autorin beschreibt darin das Schicksal von jugendlichen Gefangenen in den USA. Die Journalistin habe das Augenmerk auf das unmenschliche System des Strafrechts in diesem Lande gelenkt.

Cyprien Lovis betreut bei Radio Fréquence Jura die Sendung «Viens chez moi» (»Komm zu mir»). Er interviewt Hörer und Hörerinnen in ihrer Umgebung. Lovis will auf diese Weise Menschen zu Wort kommen lassen, die keinen Zugang zu den Medien haben. Ausgezeichnet wurde eine Sendung, in der ein Sakristan seine Arbeit vorstellt. Die Preisträger erhielten jeweils tausend Franken.

Mitgliederbestand aufstocken

Die Rechnung des SKJV schloss mit einem leichten Defizit von 600 Franken bei Einnahmen von 10’052 Franken, hiess es an der Generalversammlung des Vereins, die am 5. März stattfand. Das eher ausgeglichene Resultat konnte dank Beiträgen von Stiftungen erreicht werden. Die Anzahl der Mitglieder geht zurück. Aktuell gehören dem SKJV gegen hundert Personen an. Die Generalversammlung hat den Vorstand ermuntert, seine Suche nach neuen Mitgliedern zu verstärken. Dem SKJV mangle es an Bekanntheitsgrad bei Personen, die in katholischen Medien, in den Ordinariaten und in den katholischen Körperschaften tätig seien.

Der Vorstand nahm diesen Wunsch auf und erklärte sich bereit, potentielle neue Mitglieder direkt anzuschreiben. Der SKJV vergibt einen Presseausweis. Von diesem können vor allem jene Mitglieder profitieren, welche die Bedingung des Berufsverbandes von Medienschaffenden der Schweiz und des Fürstentums Liechtenstein «Impressum» nicht erfüllen.

Der Kassier des Vereins, Melchior Etlin, wies insbesondere auf den «Prälat-Meier-Fonds» hin, der der Förderung und Unterstützung junger Journalisten vorbehalten ist. Aufgrund der schlechten Wirtschaftslage verlor der Fonds 5000 Franken an Wert. Das aktuelle Kapital betrage 313’307 Franken. Seit einigen Jahren berücksichtige der Fonds bei seinen Platzierungen ethische Werte.

Weltweit Ausstrahlung des Sonntags der Weltmission

Die Generalversammlung fand in den Räumen des katholischen Missionswerks «Missio» in Freiburg statt. Missio-Direktor Martin Brunner-Artho wies auf die Bedeutung des Sonntags der Weltmission hin, der jeweils im Oktober gefeiert wird und an welchem das Opfer für Missio aufgenommen wird. Missio International unterstützt mit dem Geld mehr als tausend Bistümer in Südamerika, Afrika, Asien und Ozeanien. Die Hilfe kommt drei Millionen Helfern in der Katechese und auch Hunderttausenden von Priestern und Ordensmännern zugute. Der Missio-Direktor wies zudem auf die 40’000 Diakone und gegen 700’000 Ordensfrauen hin, die ebenfalls unterstützt würden. Die Spende am Sonntag der Weltmission sei in Europa rückläufig. In Asien steige sie jedoch stark.

Religionssendungen müssen Bestand haben

Der Direktor von Cath-Info in Lausanne, Bernard Litzler, informierte über den Stand der Diskussionen mit dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS), das ab 2017 aus Spargründen alle religiösen Magazin-Sendungen streichen will. Rund 25’000 Unterschriften vereinigte die Petition «Soutenons RTSreligion». Aufgrund des grossen Erfolgs der Petition habe man RTS Vorschläge für ein neues Sendekonzept gemacht, sagte Litzler. Man akzeptiere eine Reduktion, aber nicht eine um 40 Prozent, wie die Direktion von RTS beabsichtige. Die Petition widerspreche den Aussagen von RTS, wonach die Sendungen wenig Hörer hätten. Die aktuelle Vereinbarung mit RTS laufe Ende Jahr aus. Bis im Juni wolle man mit der RTS-Direktion eine neue Vereinbarung ausarbeiten.

Die Ordinarienkonferenz der Westschweiz (COR) befürwortet das Vorgehen der katholischen Journalisten und spricht sich für den Erhalt von qualitativ guten Religionssendungen aus. Die Konferenz vertritt die Bischöfe, Generalvikare und Bischofsvikare sowie bischöfliche Delegierte in der Westschweiz. (gs)

 

Marie-Astrid Langer | © 2016 NZZ
11. März 2016 | 15:42
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