Ausland

Mohrenstrasse erinnert an schwarzen Märtyrer

Die Mohrenstrasse in Köln ist Stadtpfarrer Dominik Meiering zufolge nach einem schwarzen christlichen Märtyrer benannt, dem heiligen Gregor Maurus.

Die frühere römische Kolonie Köln sei von Söldnern aus der Thebäischen Legion, also aus Nordafrika, vor den Barbaren auf der rechten Rheinseite beschützt worden, sagte der Pfarrer und Kunsthistoriker dem Kölner Internet-Portal domradio.de am Montag.

Diese Söldner seien oft Christen gewesen – darunter auch ein schwarzer «Maure», der für seinen Glauben enthauptet worden sei. «Deshalb hat also diese Strasse ihren Namen zur Verehrung des heiligen Gregor Maurus bekommen.»

Martyrium würdigen

Insgesamt begrüsste der leitende Pfarrer der Kölner Innenstadtgemeinden die Debatte um Strassenumbenennungen. Er mahnte jedoch, die Herkunft der Namen nicht zu vergessen.

«Das gehört so zu unserer Kölner Geschichte. Diese schwarzen Menschen sind es gewesen, die das Christentum nach Köln gebracht haben», sagte Meiering.

Auch in Berlin

In Berlin fordern Aktivisten einen neuen Namen für die Mohrenstrasse im dortigen Stadtteil Mitte. Im Zuge der aktuellen Debatte um Rassismus und Diskriminierung kündigten die Berliner Verkehrsbetriebe kürzlich an, den U-Bahnhof «Mohrenstrasse» neu zu benennen. (kna)

Die romanische Kirche Gross St. Martin vor dem Kölner Dom | © Georges Scherrer
14. Juli 2020 | 05:52
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