Markt auf den Philippinen | © Fastenopfer
Schweiz
Markt auf den Philippinen | © Fastenopfer

Mit einem Marktbesuch Leben retten

Luzern, 12.4.17 (kath.ch) Bei Fastenopfer und Brot für alle ist er seit Ende 2016 für die Projektleitung der Kampagnen zuständig. Doch Mischa von Arb* macht nicht nur Kampagnen, er lebt sie auch. Inwiefern er die Konsequenzen aus dem diesjährigen Kampagnenthema zieht, erklärt er in seiner Kolumne.

Mit der «Aktion Neuland» wollen Fastenopfer und Brot für alle auf Landraub in den Ländern des Südens aufmerksam machen. Einheimische werden von ihrem Land vertrieben, welches nachher für riesige Plantagen genutzt wird. Auf Kalimantan, dem indonesischen Teil von Borneo, bedecken Ölpalmenplantagen mindestens zehn Mal die Fläche der Schweiz. Diese Land gehörte einst Kleinbauern, darauf lebten Orang-Utans, es diente allen und nicht nur einigen Wenigen.

Bis zur Hälfte der Produkte im Handel enthalten Palmöl.

Palmöl aus solchen Plantagen kommt auch in die Schweiz. Bis zur Hälfte der Produkte, die wir im Supermarkt kaufen können, enthalten Palmöl – Fertigprodukte und Kosmetika. Und hier kommen wir Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz ins Spiel. Was kann ich machen, um gegen den Landraub und die Ungerechtigkeit in den Ländern des Südens anzukämpfen?

Ich kann mich ja nicht hier in der Schweiz an einen Urwaldriesen in Indonesien ketten. Aber ich kann meinen Konsum überdenken. Fertigpizzas kommen bei mir schon lange nicht mehr in den Tiefkühler. Lieber mache ich mir eine frische Pizza – Zeitaufwand eine halbe Stunde. Margarine ist aus dem Kühlschrank verbannt, dafür hat die gute alte Butter wieder Einzug gehalten. Flüssigseife wurde durch ein schönes Stück französische Lavendelseife ersetzt.

Ohne Einbussen kann ich meinen Beitrag gegen den Landraub leisten.

Den Wocheneinkauf erledige ich so gut wie möglich auf dem Markt, bei lokalen Produzenten mit saisonalen Produkten, die frisch sind und kein Palmöl enthalten. So kann ich den Einkauf mit dem Angenehmen verbinden: Ich bin an der frischen Luft, geniesse die Düfte und die Stimmung auf dem Markt, und die Leute sind weniger gestresst als in den grossen Läden.

Ohne Einbussen in meiner Lebensqualität kann ich meinen Beitrag gegen den Landraub leisten. Wenn wir weniger Produkte mit Palmöl konsumieren, müssen auch weniger Ölpalmen angepflanzt und weniger Land geraubt werden. Die Kleinbauern werden nicht vertrieben und haben weiterhin eine Lebensgrundlage. Wer hätte das gedacht? Mit einem Marktbesuch kann man Leben retten!

** Während der Fastenzeit beschreiben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Fastenopfer, dem Hilfswerk der Schweizer Katholikinnen und Katholiken, einen persönlichen Bezug zur ökumenischen Kampagne zur Fastenzeit 2017 «Geld gewonnen, Land zerronnen». Mischa von Arb ist Projektleiter Kampagnen von Fastenopfer und Brot für alle.

Umfrage zur Ökumenischen Kampagne von Fastenopfer und Brot für alle

Mischa von Arb | © Manu Friederich
Mischa von Arb | © Manu Friederich
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