Das «Mission Manifest» in Buchform | © Regula Pfeifer
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Das «Mission Manifest» in Buchform | © Regula Pfeifer

Mission Manifest: Theologe weist Vorwurf der «Versektung» zurück

Augsburg, 11.10.18 (kath.ch) Der katholische Theologe Johannes Hartl wehrt sich gegen Kritik am von ihm geleiteten Augsburger Gebetshaus und dem Buch «Mission Manifest – Die Thesen für das Comeback der Kirche». Zu den Herausgebern des Manifests gehört nebst Hartl auch der Schweizer Martin Iten.

Der deutschen Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) sagte Hartl am Donnerstag: «Wir brauchen keine weitere Lagerbildung in der Kirche, sondern eine Fokussierung auf das Kernanliegen: dass Menschen in und ausserhalb der Kirche die rettende Botschaft Jesu hören.»

Hartl freut sich auf Austausch mit Kritikern

Die Ursula Nothelle-Wildfeuer, Theologin an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, hatte am Mittwoch gegenüber dem Internetportal katholisch.de vor der Gefahr einer «Versektung» mit Blick auf das Augsburger Gebetshaus und das «Mission Manifest» gewarnt. Hartl ergänzte, er freue sich auf den Austausch mit Kritikern des «Mission Manifests». Allein: «Ob es dem erwünschten offenen Diskurs hilft, den Gesprächspartnern erst einmal vorsorglich Sektierertum und Demagogie zu unterstellen?»

Soziale und politische Seite der Diakonie fehle

Nothelle-Wildfeuer, die seit 2011 Beraterin der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz ist, hatte ausserdem kritisiert, die sozial-karitative und gesellschaftlich-politische Seite der Diakonie fehle im «Mission Manifest» komplett.

Johannes Hartl | © Explo 17
Dazu erklärte Hartl: «Wer sich dafür einsetzt, dass die Kirche wieder aktiv auf Menschen zugeht, die dem Glauben fernstehen, will dadurch nicht den sozial-karitativen Aspekt des Glaubens abwerten. Doch dieser Aspekt kirchlichen Lebens ist in Deutschland bestens etabliert.» Ganz anders sehe es mit der Evangelisation aus.

Wachstum und Aufbruch

Doch in diesem Bereich gebe es Gruppen, die Wachstum und Aufbruch erlebten und die ohne zu polarisieren sagten: «Wir wollen einen missionarischen Aufbruch!». Hartl weiter: «Wie schade, dass eine bewusst negative Lesart darin sofort Elitedenken und gefährliche Übertreibung wittert. Als liefe in der Volkskirche alles so wunderbar.»

Urban Federer und Alain de Raemy Erstunterzeichner

Im von Hartl und seiner Frau Jutta gegründeten Augsburger Gebetshaus beten seit 2011 charismatisch orientierte Christen ununterbrochen. Von dort nahmen die sogenannten «Mehr»-Glaubenskonferenzen ihren Anfang, die zuletzt knapp 12’000 Teilnehmer anzogen. Die nächste Zusammenkunft ist für Januar 2020 geplant. Zu den Erstunterzeichnern des Anfang 2018 veröffentlichten «Mission Manifests» gehören Urban Federer, Abt des Klosters Einsiedeln, und Alain de Raemy, Weihbischof des Bistums Freiburg, Lausanne und Genf, aus Deutschland der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki und der Jugendbischof Stefan Oster aus Passau. (kna/sys)


«Mission heisst, näher bei den Menschen zu sein!»

 

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