Schweiz

Mariano Tschuor warnt vor Annahme der «No Billag»-Initiative

Biel BE, 6.3.17 (kath.ch) An der Generalversammlung des Schweizerischen Vereins katholischer Journalistinnen und Journalisten am 4. März warnte SRG-Manager Mariano Tschuor vor einer Annahme der «No Billag»-Initiative. Das wäre das Ende der SRG, so Tschuor.

Der Bündner Tschuor, Leiter des zentralen Stabsbereichs Märkte und Qualität bei der SRG, plädierte angesichts einer zunehmenden «Boulevardisierung» der Schweizer Medienlandschaft für einen «Qualitätsjournalismus, der von intelligenten Köpfen gemacht wird». Er hält die Initianten der No Billag-Initiative für Neo-Liberale, die glauben, der Markt werde alles regeln.

Tschuor, der auch als Präsident der Medienkommission der Schweizer Bischofskonferenz amtet, stellte vor den rund zwanzig Mitgliedern des SKPV die Frage: «Wenn das Angebot nur noch über den Markt finanziert wird, was wird dann aus religiösen, kulturellen und Jugend-Sendungen?» Auch die in den öffentlichen Medien immer wieder zum Ausdruck gebrachte Solidarität zwischen den Landesregionen und den Generationen würde durch einen solchen Schritt in Frage gestellt, so Tschuor.

Petition für religiöse Sendungen auf RTS

Er rief in diesem Zusammenhang die Mobilisierung der Öffentlichkeit in Erinnerung, als 2015 eine Petition mit 25’000 Unterschriften für den Erhalt der religiösen Sendungen auf dem französischsprachigen Schweizer Radiosender RTS eingereicht wurde. «Dies hat gezeigt, wie heikel es ist, an solchen Sendungen zu rütteln.»

Die Generalversammlung des Vereins unter dem Vorsitz von Präsident Maurice Page, Chefredaktor von cath.ch, bestätigte die bisherigen Vorstandsmitglieder. Neu wurde Martin Spilker, Redaktionsleiter kath.ch, in den Vorstand gewählt. Der Verein will sich künftig vermehrt zu Wort melden, wenn in Medien und Politik Themen aus Religion und Kirche zur Debatte stehen.

Ausgezeichnete junge Medienschaffende

Wie jedes Jahr wurden an der Versammlung zwei junge Medienschaffende mit dem Medienpreis aus dem «Prälat Meier-Fonds» geehrt. Eine Auszeichnung sowie 1000 Franken gingen je an Cédric Reichenbach für die Reportage über eine Widerstandsbewegung in Mexiko in der französischsprachigen Zeitschrift «Echo» und an Anna Miller für einen Hintergrundbericht zum Thema Kindestod. Dieser Beitrag mit dem Titel «Valentin» wurde in der NZZ am Sonntag» sowie im «Grosseltern-Magazin».

Die Journalistin und Autorin Anna Miller zeigte sich bei der Preisübergabe sehr erfreut, dass «ihr erster journalistischer Preis ein katholischer Preis sei» und äusserte den Wunsch, dass noch lange guter Journalismus gepflegt werde. Miller war einige Jahre Redaktorin bei der katholischen Presseagentur Kipa, bevor diese in das Newsportal kath.ch überführt wurde. (cath.ch/sys)

Mariano Tschuor | © Jacques Berset
6. März 2017 | 09:55
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