Martin Mark  | © unilu
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Martin Mark | © unilu

Luzerns Studierende wollen Klarheit zur Freistellung von Professor Mark

Luzern, 23.7.18 (kath.ch) Bestürzt, fassungslos und enttäuscht reagieren die Studierenden der Theologischen Fakultät der Universität Luzern auf die Freistellung des Dozenten für alttestamentliche Exegese, Martin Mark. Der im Kanton für die Bildung zuständige Regierungsrat soll Licht in die Sache bringen. Das fordert eine am Montag gestartete Petition.

Im Auftrag der Studierenden der Theologischen Fakultät hat Joël Eschmann, Priesteramtskandidat im Bistum Basel, die Petition lanciert. Die Studierenden hätten den Entscheid aus der Zeitung erfahren und seien «völlig überrascht», erklärte Eschmann, der in Basel das Doktorat erlangte, auf Anfrage.

Der Petitionstext spricht ein deutliche Sprache. «Bestürzt, fassungslos und enttäuscht haben wir, Studentinnen und Studenten der Theologischen Fakultät der Universität Luzern», von der auf den 31. Juli terminierten Freistellung des Dozenten für alttestamentliche Exegese, Prof. Dr. Martin Mark, erfahren». Weiter heisst es im Petitionstext, dass von der Universitätsleitung «keine konkreten Gründe für seine Entlassung» genannt würden.

Die Gerüchtebörse brodelt

Dies habe zu zahllosen Gerüchten geführt. Aus anonymen Quellen werde Mark ein «autoritärer Führungsstil» vorgeworfen, heisst es in der Petition. Die Petitionäre bezeichnen Mark und seine Arbeit als «einwandfrei und auf einem ausserordentlich hohen Niveau». Er wird als «integre, jedem Mitmenschen mit Achtung und Wertschätzung begegnende Persönlichkeit» beschrieben. Man könne sich keinen «konzilianteren und kompromissfähigeren Menschen» als Martin Mark vorstellen.

Seine wissenschaftliche, berufliche sowie persönliche Zukunft sei durch das «Vorgehen der Universitätsleitung, die mangelhafte und teils unwürdige Kommunikation und die damit verbundenen Spekulationen» nachhaltig gefährdet. Dies «lässt uns auch an den Werten, die an dieser hohen Bildungseinrichtung und speziell der Theologischen Fakultät vertreten werden, zweifeln», heisst es weiter.

Hintergründe kommunizieren

Adressat der Petition ist der Luzerner Regierungsrat Reto Wyss. Er ist Vorsteher des Bildungs- und Kulturdepartements und auch Präsident des Universitätsrates. Dieser hat die Befugnis, einen Professor zu entlassen.

In der Petition wird der Luzerner Bildungsminister aufgefordert, diese Angelegenheit zu untersuchen und dabei auch Martin Mark Gehör zu schenken. Insbesondere wird Wyss aufgefordert, die Umstände näher anzuschauen, die zur Absetzung Marks als Dekan im Herbst 2017 geführt haben.

Die Universität Luzern schade mit ihrem Vorgehen auch sich selbst, denn der Ruf dieser Bildungsinstitution werde durch die Entlassung eines «hochangesehenen und äusserst kompetenten Wissenschaftlers» nachhaltig beschädigt werden.

Wie das Bildungsdepartement auf Anfrage erklärte, obliegt es dem Kommunikationsbeauftragten, Lukas Portmann, in der Causa Mark gegenüber den Medien Stellung zu nehmen. Eine Stellungnahme zur Petition ist derzeit noch ausstehend. (gs)

Universität Luzern kündigt Alttestamentler Martin Mark

Joël Eschmann | © zVg
Joël Eschmann | © zVg
Universität Luzern | © Georges Scherrer
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