Lourdes will Reliquien der heiligen Bernadette zurück

Paris, 29.4.15 (kath.ch) Streit um die heilige Bernadette: Der südfranzösische Wallfahrtsort Lourdes will von ihrem Begräbnisort Nevers die Reliquien der Ordensfrau und Seherin zurückbekommen. Der Krankenpflege-Orden der «Dames de Nevers», in den sie als 22-Jährige eintrat und wo sie als 35-Jährige starb, verweist dagegen auf den letzten Willen der Heiligen, wie die Tageszeitung «La Croix» (Onlineausgabe 28. April) berichtet.

Der Vorsitzende der Vereinigung «zur Rückkehr von Bernadette Soubirous nach Lourdes», José Marthe, stütze sich mit seinem Anliegen auf die Nachkommen der Familien Soubirous und Casterot, so die Zeitung. Ein kommerzielles Interesse weise die Organisation zurück. In Nevers im Westen Burgunds kümmerten sich die drei verbliebenen Ordensschwestern um die Kapelle mit den sterblichen Überresten der heiligen Bernadette. Der Orden könne sein grosses Klosterareal nur aufgrund der Anwesenheit der Reliquien aufrechterhalten, hiess es. Das Tourismusamt von Nevers beziffert die Einnahmen in Zusammenhang mit der Seherin von Lourdes auf rund 2,5 Millionen Euro (2,6 Millionen Franken) jährlich.

Die Verwaltung des Heiligtumsbezirks in Lourdes bezeichnete das Projekt einer Rückführung als vergeblich. «Es entspricht schlicht nicht dem Letzten Willen Bernadettes», wird Sprecher Mathias Terrier zitiert.

Mit mehreren Millionen Besuchern jährlich ist Lourdes das grösste Wallfahrtsziel Frankreichs. In dem südfranzösischen Städtchen soll 1858 dem damals 14-jährigen Hirtenmädchen Bernadette Soubirous (1844-1879) insgesamt 18 Mal Maria erschienen sein.

Hinweis: Fotos finden Sie in der KNA-Bild-Datenbank auf www.kna-bild.de (kna)

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