Wolfgang Haas, Erzbischof von Vaduz | © Erzbistum Vaduz
Ausland, Schweiz
Wolfgang Haas, Erzbischof von Vaduz | © Erzbistum Vaduz

Liechtenstein feiert 300-Jahr-Jubiliäum ohne Wolfgang Haas

Vaduz, 22.1.17 (kath.ch) Mit einem «Geburtstagsmarsch» leitet das Fürstentum Liechtenstein am Mittwoch die Feiern zum 300-jährigen Bestehen des Landes ein. Rund 900 Bewohner aus allen elf Gemeinden des zwischen Österreich und Schweiz gelegenen Zwergstaates ziehen dann zum Scheidgraben in Schaan.

An der Grenze zwischen dem Liechtensteiner Ober- und Unterland wollen sie an den historischen Zusammenschluss der Grafschaft Vaduz und der Herrschaft Schellenberg am 23. Januar 1719 erinnern, der Geburtsstunde des heutigen Staates.

Nach dem Geburtstagsmarsch ist für Mittwochabend ein grosser Festakt geplant. Aus dem Ausland kommen unter anderen die Bundespräsidenten der Schweiz, Österreichs und Deutschlands, Ueli Maurer, Alexander van der Bellen und Frank-Walter Steinmeier.

Katholisch geprägt

Zum Staatsfeiertag am 15. August sind unter dem Motto «Ein Land, ein Platz» alle Liechtensteiner in den Hauptort Vaduz eingeladen. Üblicherweise findet an diesem Tag auch ein katholischer Gottesdienst statt.

In dem Fürstentum leben rund 38’000 Menschen; knapp drei Viertel von ihnen sind Katholiken. Die katholische Kirche geniesst als «Landeskirche» besondere Privilegien.

Wolfgang Haas eingeladen

Inwiefern das Erzbistum Vaduz, das die komplette Landesfläche Liechtensteins umfasst, an den Jubiläumsfeiern teilnimmt, wollte die Diözese auf Anfrage nicht beantworten. Laut Angaben von Liechtenstein-Marketing-Sprecher Grandchamp wurde Erzbischof Wolfgang Haas zum Jubiläumsauftakt eingeladen; eine Antwort sei aber nicht eingegangen.

Bis 1997 war der gebürtige Liechtensteiner Bischof von Chur, wo es starke Spannungen gab. Nach vielen Konflikten versetzte Papst Johannes Paul II. 1997 den konservativen Kirchenmann in das eigens geschaffene Erzbistum Vaduz, das der inzwischen 70-Jährige noch heute leitet.

Keine Liebesbeziehung

Zwischen Fürst und Bischof hängt der Haussegen jedoch seit langem schief. Im traditionell katholischen Fürstentum hat sich das Verhältnis zwischen Erzbistum und Regierung seit Jahren stark abgekühlt. Hauptgrund waren neben Auseinandersetzungen um das Partnerschaftsgesetz und die Fristenregelung bei Schwangerschaftsabbrüchen die Neuordnung des Staatskirchenrechts. (kna/gs)

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